Berufswahl: 3 Tipps

400 verschiedene Berufsausbildungen und fast 10.000 Studiengänge warten auf Sie – oder Ihr Kind. Eine schwierige und schwerwiegende, das Leben prägende, Entscheidung. Die folgenden Tipps zur Berufsorientierung bauen  auf 7 Mythen auf, die bisher in dieser Blogserie behandelt wurden. Über die Empfehlung dieser Serie (Teil 1) würde ich mich sehr freuen – denn Berufsorientierung ist einer der wichtigsten Schritte im Leben. Und häufig liegt es dort im Argen: Jedes vierte Ausbildungsverhältnis und Studium wird abgebrochen. Hier nun die drei wichtigsten Tipps zur Berufswahl.

Nutzen Sie Berufswahltests, aber seien Sie nicht testgläubig

Berufswahltests suggerieren Einfachheit. Wie quälend kann die Frage nach dem zukünftigen Beruf sein. Monate kann man sich damit aufhalten und dabei scheinbar keinen Schritt voran kommen. Wie schnell hilft da ein Test! Nach lediglich fünfzehn Minuten Aufwand werden einige wenige Berufe vorgeschlagen. Der SIT erleichtert die Studienentscheidung unglaublich: Aus der unüberschaubaren Anzahl von über 9000 Studienangeboten bekommt man eine individuell passende Auswahl von fünzig oder hundert Studiengängen vorgeschlagen. So einfach kann das Leben sein! Allein: Mein Selbsttest spricht gegen allzuviel Vertrauen in einen kurzen Test.

Die ebenfalls kostenlose neue Internet-Plattform Blicksta bietet noch mehr: Auch Ausbildungsplätze kann man sich hier empfehlen lassen. Auch  in diesem Fall zeigt mein Selbstversuch die Grenzen des Angebots auf: Die empfohlenen Berufe passen wenig, von meinem Leidenschaftsfach Psychologie wird eher abgeraten.

Immer wieder bin ich bei meiner Arbeit als Karriereberater auf Testgläubige gestoßen, die gerne eindeutige Empfehlungen hatten. Das bieten Tests. Allerdings nur scheinbar. Denn was haben Sie letztlich davon, wenn ein Test Ihnen klar und deutlich ein dutzend Berufe nahelegt, aber diese Berufe doch nicht zu Ihnen passen? Einfacher ist das. Aber weiterkommen, erfolgreich und zufrieden in der Berufstätigkeit werden, das gelingt so nicht.

Hilfreich sind Tests, wenn man ihre Systematik nutzt und die Ergebnisse als Anregungen auffasst. Verwenden Sie daher Tests, aber interpretieren Sie die Ergebnisse vorsichtig. Verstehen Sie sie nicht als Gewissheit, sondern als eine einzelne Meinung. Recherchieren Sie beispielsweise auch im berufenet der Arbeitsagentur oder schauen Sie sich Videos von Berufstätigen in watchado an.

Das Geva-Institut bietet die rennommierteste kommerzielle Hilfe in Testform an. Was für die kostenfreien Varianten gesagt wurde, gilt allerdings auch hier.

Das Selbstgefühl ist die wichtigste Grundlage beruflicher Entscheidungen

Bin ich der Typ für ein Auslandsjahr oder sollte ich direkt studieren? Passt ein Au-pair oder ein Bufdi eher zu mir? Welches Ausbildungsangebot soll ich annehmen? Diese – und spätere – Berufsentscheidungen können Sie letztlich nur selbst beantworten. Tipps von wohlmeinenden Eltern, Lehrern oder professionellen Karriereratgebern können eine Hilfe sein. Sie sollten auch mit Bedacht geprüft werden. Letztlich weiß aber niemand, wie es in Ihnen aussieht, – mit Ausnahme Ihrer eigenen Person.

Diese Feststellung gilt nicht nur für die Berufswahl, sondern fürs gesamte Leben. Das Wertvollste, das Sie haben, ist das Gefühl für sich selbst. Setzen Sie dieses Gefühl durch Nichts aufs Spiel! Schon gar nicht durch eine scheinbar vernünftige Berufswahl.

Handeln Sie diszipliniert

In dieser Empfehlung stecken zwei Aussagen. Erstens: Es kommt darauf an, etwas zu tun! Wer einen Test nach dem anderen absolviert und Ratgeber en masse liest, ist möglicherweise weniger weit gekommen, als ein Freund durch ein einfaches Praktikum. Nur selbst-probieren schafft eigene Eindrücke. Und nur eigene Erfahrungen füttern das Selbstgefühl nachhaltig.

Die zweite Aussage: Disziplin ist die Eigenschaft, welche am Deutlichsten mit beruflichem Erfolg verbunden ist. Mehr über dieses Thema können Sie hier nachlesen – Erkenntnisse, die noch gar nicht so lange bekannt sind. Sollte Ihnen der Begriff „Disziplin“ zu unfreundlich in den Ohren klingen: Es geht darum, dass Sie hartnäckig dabei bleiben, wenn Ihnen etwas wichtig ist.

Was ausreichend bedeutend für Sie ist, können wiederum nur Sie selbst entscheiden. Ein Gefühl tief in Ihrem Herzen, das Selbstgefühl, ist der letztlich einzige kompetente Ratgeber Ihres Lebens. Alle Erfahrungen fließen dort hinein. Und wenn Ihnen etwas wirklich wichtig ist, verfolgen Sie Ihr Anliegen stetig, beharrlich, trotz aller Rückschläge.

Solange Sie nicht sicher sind, was ausreichende Bedeutung für Sie hat, sammeln Sie Informationen, die Sie in dieser Frage weiter bringen können – am besten, indem Sie selbst etwas tun.

Dieser Blogpost ist der Abschluss meiner Reihe zur Berufswahl, die zunächst 7 Mythen aufarbeitet. Lesen sie dazu die weiteren Teile dieser Serie. Die Mythen:

1) Die Berufswahl bestimmt das Gehalt
2) Bei der Berufswahl kann man sich Zeit lassen
3) Ohne Zeitverlust Durchstarten ist am besten
4) Die Eltern sind gute Ratgeber
5) Eine geniale Geschäftsidee und der Rest ist egal
6) Erstmal Nicht-Entscheiden ist cool
7) Geld brauche ich wenig

 

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