Berufswahl: 7 Mythen und 3 Tipps. Teil 3: Ohne Zeitverlust Durchstarten ist am Besten

Zeit ist endlich und kostbar – nicht zuletzt bei der Karriereplanung. Wer trödelt und mäßig lernt und arbeitet, dem bleiben viele Türen verschlossen. Dennoch gibt es kaum etwas Gefährlicheres für die Berufslaufbahn als blinder Aktionismus.

Karriereplanung: Bitte nicht hektisch!

Bereits gewarnt hatte ich im zweiten Teil dieser Serie vor voreiligen Entscheidungen: Ein abgebrochenes Studium und der Neubeginn in einem anderen Fach behindert nicht nur das berufliche Fortkommen. Dies ist auch unerfreulich verbrachte Lebenszeit. Häufig quälen sich die betroffenen Studierenden mit Prüfungen herum, bestehen sie knapp während sie schon die nächste fürchten und schleppen sich so ein paar Semester dahin. Bis sie sich endlich trauen, die Reißleine zu ziehen.

Oft kommt es zu dieser leidvollen Lebensphase durch die pure Furcht, Zeit für die Karriere zu verlieren. Was man sich aber dadurch einhandelt, ist klar: Noch mehr Zeitverlust für die Karriere. Und, noch schlimmer, ein kräftiger Dämpfer fürs persönliche Wohlbefinden. Dieses kann eine Macke bekommen, die ein Leben lang bleibt.

Als wäre dies nicht schlimm genug: Wohl noch ärger ist der folgende Negativpunkt. Die Furcht vor Zeitverlust führt zum Verlust der Persönlichkeit. Die Persönlichkeit aber ist DER Dreh- und Angelpunkt Ihrer Person.

Ohne Persönlichkeit keine Karriere

Wie wird man eigentlich zur Persönlichkeit? Wichtig sind dabei selbst gemachte Erfahrungen. Selbstbestimmte Entscheidungen und deren Folgen. Irrtümer, Irrwege, Fehler, Kämpfe, Siege. Selbst die Langeweile – und wenn man die Kreativität über sie triumphieren lässt – spielt eine wichtige Rolle. Im Wesentlichen sind all das Punkte, die dem rationalen, schnellen Karrieremachen entgegen stehen.

Was aber wird ein Karrierist ohne Persönlichkeit? Auf Dauer nichts!

Der Ehrgeizige, der vor lauter Streben nicht zum Leben kam, er hat kein Selbstgefühl. Dadurch fehlt die innere Basis für alle Entscheidungen des Lebens. Wem soll ich vertrauen? Bei wem ist Vorsicht geboten? Welches Angebot ist gut für mich, welches befriedigt nur mein Ego? Dieses sind die heiklen Fragen einer Karriere – und sie sind nicht delegierbar.

Karrieristen ohne Persönlichkeit sind zum Scheitern verdammt. Früher oder später geraten sie trotz höchstem Einsatz ins Straucheln. Ihre Schwächen sind zu offensichtlich – raffinierte Gegenspieler führen sie an der Nase herum. Oder sie stellen sich selbst ein Bein. Leicht kommen äußerer Druck und innere Unfähigkeit zusammen. Die Folgen: betriebliche Katastrophen, das Unvermögen, Rückschläge zu verkraften. Manche fallen in sich zusammen, sobald sie auf sich selbst gestellt sind.

Reife braucht Zeit

Eine Methode zur Blitz-Reifung junger Menschen ist noch nicht erfunden worden. Die Bildung einer Persönlichkeit braucht Zeit. Klar ist aber auch, was förderlich, was eher hinderlich ist. Oben sind die positiven Bedingungen beschrieben. Das Pauken von Lernstoff gehört nicht dazu – auch wenn dies sicherlich die Schul- und Studiennoten verbessert.

Schafft ein Mensch also nicht, das Einserexamen zu machen und dennoch ausreichend persönliche Erfahrungen zu sammeln, ist das Zweierexamen vorzuziehen.

Was braucht eine Persönlichkeit, um zu reifen? Dafür gibt es kein Patentrezept und keine Standardlösung. Selbst machen, selbst scheitern, selbst aufstehen, sich eigenständig Ziele zu setzten, an anderen zu reiben, an Problemen abzuarbeiten, das alles ist hilfreich und wesentlich. Wie genau das ausgestaltet wird, welche Prüfungen sich ein Mensch sucht, ist individuell verschieden.

Ausland, Arbeit, Hindernisse, intensive Eindrücke und Selbstbestimmung, das dürften häufig die richtigen Zutaten für die Lebensessenz „Persönlichkeit“ sein. Lernstoff pauken oder sich ablenken dürften dagegen als Hauptprogramm des Lebens negativ wirken.

Fazit: Persönlichkeit ist die wichtigste Voraussetzung für das berufliche Glück

Ohne Persönlichkeit funktioniert keine Karriere – und kein erfülltes Leben. Braucht die Persönlichkeitsbildung Zeit, ist das eben so.

Lesen sie dazu die weiteren Teile dieser Serie. Die weiteren Mythen:

1) Die Berufswahl bestimmt das Gehalt
2) Bei der Berufswahl kann man sich Zeit lassen
3) Ohne Zeitverlust Durchstarten ist am besten
4) Die Eltern sind gute Ratgeber
5) Eine geniale Geschäftsidee und der Rest ist egal
6) Erstmal Nicht-Entscheiden ist cool
7) Geld brauche ich wenig

Die Tipps

Weiterführender Beitrag: Jobwechsel: Nur urlaubsreif oder Zeit-zu-gehen?

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