Die Erkenntnisse aus dem TV-Duell – für Ihre Karriere

Peer Steinbrück hatte im TV-Duell im Kampf um die Kanzlerschaft eine Chance, aber nutzte sie nicht. Er zeigte sich nicht als Mensch und missachtete die Gesetze der Kwerkarriere. Weitere Erkenntnisse aus dem TV-Duell betreffen die Mitarbeiter-Motivation und die Kunst der Präsentation.

1.) Satte Mitarbeiter haben keine Wechselmotivation

Peer Steinbrück würde sich sehnlichst wünschen, dass die Wähler zu ihm wechseln. Aber sie sind satt. Solange das so ist, prallen Argumente an den Wählern ab. „Man hätte die Krise besser managen können“, sagte er. Und: „Die Zukunft ist ungewiss und muss richtig angegangen werden.“ Selbst wenn das so ist: Diese Argumente ziehen bei Wählern nicht, denen es wirtschaftlich gut geht.

Die SPD-Strategen haben das früh erkannt und setzen deshalb vor allem auf die monetär Unzufriedenen. Die im Niedriglohnsektor arbeiten müssen. Auf die Problematik der Werkverträge. Aber davon sind insgesamt wenige betroffen.

Könnte die Kanzlerin uns ein Gehalt zahlen, Sie würde so viel wie möglich überweisen. Damit würde sie ihr Ziel der Wiederwahl optimal unterstützen. Mit einem guten Gehalt hält jeder Chef seine Mitarbeiter bei der Stange. Ist der Betrag aber allzu exquisit, bleiben ausnahmslos alle hängen, als seien sie mit einem Superkleber gebunden.

Sie wollen als Chef nur diejenigen halten, die sich gerne bei Ihnen engagieren? Dann zahlen Sie gut – aber nicht besser als alle anderen. Diese Argumentation können Sie übrigens auch übertragen, wenn Sie Ihr eigenes, gutes Gehalt verhandeln.

2.) Einfache Botschaften ziehen

Wie bei früheren Regierungen auch, gilt für schwarz-gelb: Die Gründe, weshalb es den Deutschen wirtschaftlich gut geht (oder ein anderes Mal schlecht), haben wenig mit den aktuellen Politikern zu tun. In den letzten Jahren spielte wohl zweierlei die größte Rolle: Erstens werten schwache Südländer den Euro ab. Dies stärkt die deutschen Exporte. Zweitens: Deutschland leiht sich so billig Geld wie nie.  Zeitweise bekamen wir von panischen Finanz-Märkten sogar Geld geschenkt. Die Südländer tragen die hohen Zinsen. Unser billiges Geld teurer weiter zu leihen, macht uns nicht gerade ärmer. Zugegeben: Das ist, zumal in den Details, etwas kompliziert.

Die Story, die Frau Merkel erzählt, ist sehr viel einfacher: „Die anderen Europäer haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Wir Deutschen haben sie gemacht. Deswegen geht es uns gut und den anderen geht es schlecht.“ Diese Geschichte leuchtet allen ein, die je in der Schule waren. Außerdem ist toll daran, dass sie uns Deutsche alle als Musterschüler darstellt. Das tut gut. Ein zartes Revival deutscher Überheblichkeit.

Das Überzeugende jeder Präsentation liegt nicht im Maß, indem sie wahr ist. Überzeugend wird eine Präsentation durch die Einfachheit und Klarheit der Story. Optimal ist, wenn Sie die eigene Präsentation so konstruieren, wie bekannte Vorlagen gebaut sind (siehe das Storytelling-Anschreiben). Der Rest ist Wiederholung; Frau Merkel erzählt Ihre Geschichte seit vielen Monaten.

Bleiben Sie selbst bitte bei der Wahrheit – aber präsentieren Sie diese überzeugend! Erzählen Sie eine einfache, klare Geschichte. Und wiederholen Sie diese bei Bedarf vor dem geeigneten Publikum.

3.) Personen müssen zu Posten passen

Die SPD hat derzeit zweierlei: Ein Wahlprogramm, das die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt. Und einen Kanzlerkandidaten, der als Person nicht dazu passt. Das funktioniert so nicht.

Da sich eine Partei ihren Kandidaten nicht backen kann, muss sie von ihm ausgehen.

Dies verlangen auch die Gesetze der Kwerkarriere! Hier kurz zusammen gefasst: Sie können sich nicht neu erfinden – auch wenn das viele Erfolgsratgeber behaupten. Sie müssen schon von Ihrer eigenen Persönlichkeit ausgehen. Also kommt zuerst die Selbsterkenntnis. Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Dann definieren Sie Ihr Ziel. Und dann kommunizieren Sie entsprechend: „Das bin ich und das will ich!“ Dabei helfe ich Ihnen gerne als Karriereberater in der Region Stuttgart.

Peer Steinbrück ist, wie er ist. Warum macht er sich eigentlich nicht über seinen Hang zum Luxus lustig und zeigt sich als Mensch? Einer, der einen guten Wein genießt, weil das jeder machen würde, der Spaß daran hat und es sich leisten kann? Das wäre eine souveräne Persönlichkeit! Die würden wir wählen! Ein richtiges Gegenmodell zum abgezockten Politik-Betrieb. Ein Mensch, der sozial denkt, aber selbst Schwächen hat. Wie wir alle!

Verbiegen auch Sie sich nicht für die Karriere. So werden Sie langfristig erfolgreich und zufrieden. Seien Sie Ihren Mitarbeitern darin ein Vorbild, so führen Sie ein starkes Team. Beginnen Sie mit der ehrlichen Grundhaltung zu sich selbst sofort. Mit Authentizität erreichen Sie am meisten (siehe Top-Manager-Empfehlungen). Und die Kommunikation gelingt mühelos, wenn Sie sich nicht verstellen müssen. Auch bei Ihrem persönlichen nächsten Rede-Duell.

2 Kommentare

  • Hallo Herr Burger,

    ich lese immer wieder gerne Ihren Blog und freue mich über die frischen aktuellen Beiträge! Vor allem der Vergleich des Kanzlerduells mit einer Karriere wurde von Ihnen sehr humorvoll dargstellt!

    Ihrem Fazit, dass man sich auf gar keinen Fall für die Karriere verbiegen sollte, stimme ich zu 110% zu! Leider gibt es zuviele Menschen in Deutschland die nur auf ihre Karriere fokussiert sind und das wesentliche, das Leben, dabei gänzlich vergesssen. Eine gesunde Work-Life-Balance gehört meiner Meinung schon dazu!!!

    Gruß Thomas

    Antworten
    • Hallo Thomas,

      vielen Dank für Ihr interessiertes Lesen und Ihren Kommentar!

      Beste Grüße,

      Christoph Burger

      Antworten

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