Wahlsieger: Die Karriere von Parteien

Die Wahl ist gelaufen, Sieger und Verlierer stehen fest. Die Erkenntnisse über die Erfolge und Misserfolge der Parteien, die sich aus dem Urnengang ableiten lassen, entsprechen in verblüffender Weise dem, was man über persönliche Karrieren weiß.

Stärke deine Stärken

Sollte man eher Schwächen ausbügeln oder die Stärken ausbauen? In vielen Unternehmen wird ersteres betont. Im Mitarbeitergespräch kommt ein Versagen zur Sprache. Also soll der Mitarbeiter hier weitergebildet werden. Auf die Idee, die Erfolge mit Weiterbildungen zu stützen, kommt kaum jemand. Ähnlich planen viele ihre Karriere. Viel zu oft denken Kandidaten hier daran, ihre Defizite auszugleichen. Erfolgversprechender wäre anders herum vorzugehen: Bilanz ziehen, wie das Profil aussieht und danach die bisherigen Erfolgsfaktoren weiter ausbauen. Die Quittung, die man dafür bekommt, können Sie am Wahlergebnis der Union ablesen – ebenso wie an dem der Verlierer.

Das Wahlergebnis einfach erklärt

Die CDU hat als Erfolgsfaktor die Person und den Politikstil von Frau Merkel ausgemacht und im Wahlkampf auf Merkel gesetzt. Ergebnis: Erfolg! In der CSU hat Herr Seehofer auf die im Freistaat lange bewährte Kunst zurückgegriffen, mit etwas schrägen Tönen die bayrische Eigenständigkeit zu betonen. Ergebnis: Bravourös.

Die Grünen hatten früher Erfolge mit ihren klassischen Themen: Umwelt, Energiepolitik etc. Hiermit gelang in Baden-Württemberg sogar die Übernahme der Ministerpräsidentschaft. Statt diese Felder zu bespielen, entschied sich Bündnis 90/Die Grünen jedoch, sich mit der Steuer- und Finanzpolitik zu profilieren. Fazit: Ein enttäuschendes Wahl-Ergebnis.

Die SPD war immer die Sozialpartei. Mit der Agenda 2010 verließ sie dieses Feld, in dem sie traditionell überzeugte. Seither gab es das schlechteste und jetzt das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Wahlgeschichte in der BRD. Der Rückweg zur Sozialpartei ist schwierig, da inzwischen von der Konkurrenz „Die Linke“ besetzt.

Die Linke wiederum war diesmal leidlich erfolgreich. Sie setzte auf ihre altbewährte Strategie im Bund: Tolle Forderungen aufstellen – und im Zweifel Opposition. Mit dieser bewährten Taktik, d.h. den alten Stärken, konnte sie viele Stammwähler aktivieren und sich trotz innerparteilichen Streits leidlich halten. Protestwähler wanderten einige zur AFD ab – Protest muss schließlich immer neu aufgelegt werden, er wirkt nur frisch richtig gut.

Werfen wir einen Blick aufs Wahldesaster der FDP. Die letzte Wahl hatte die Partei sich auf das Thema „Steuerabbau“ reduziert. Damals mit Erfolg. Das Thema passte durchaus zur Partei. Dass die Konzentration auf ein einziges Thema bei einer Wahl ganz gut laufen kann, hat auch die AFD gerade demonstriert. Ebenso die Piraten bei der Berlin-Wahl. Der anschließende Rückgang der Piraten und das sanfte Abwandern der Protestwähler von den Linken zur AFD zeigen aber, dass diese Strategie auf Dauer schwierig ist. Zurück zur FDP. Nachdem die Partei ihr einziges Thema nicht mehr bedienen konnte, zeigt heute ihr Absturz drastisch auf: Ohne jedwedes Thema bzw. ohne jegliche Stärke, die man betonen kann, wird man nicht gewählt. Das alleinige Argument, dass man – notfalls per Leistimme – gerne gewählt werden würde, kommt einfach unsexy rüber.

Für Ihre Karriere

Sie sehen also, dass die Überlegung, die eigenen Stärken im Profil heraus zu stellen, Parteien zu Wahlsiegen verhilft. Genauso erfolgsversprechend ist es für Ihre Karriere, wenn Sie Ihre Stärken ausbauen. Wie Sie am besten mit Schwächen umgehen, demonstriert übrigens auch ein Politiker: Bundesumweltminister Altmaier, wie Sie hier nachlesen können. Lesen Sie auch demnächst auf diesem Block einen Artikel zu liberalen Werten für die persönliche Karriere.

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