Generation Weltrettung

Greta, Klimawandel, SUVs – die Diskussion ist überall im Alltag angekommen. Dabei hat sich ein neuer Satz breitgemacht: „Vielleicht ist es schon zu spät.“ Was bedeutet dieser Satz? Was können wir tun? Woran sollen wir glauben? Es kommt darauf an, hierauf Antworten zu finden. Denn wir sind die Generation Weltrettung.

„Vielleicht ist es schon zu spät“

Früher galt es als Schlüssel für politischen Erfolg, ein Thema zu setzen. Na prima, ihr Klimafreunde, das ist euch gelungen. Und jetzt? Tja, jetzt müsste man handeln. Und das scheint dann doch irgendwie schwierig zu sein. Klimaschutz ohne Handeln funktioniert aber leider nicht.

„Vielleicht ist es schon zu spät …“ ist eine Aussage, die einerseits bedeutet: “An die wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel glaube ich durchaus. Ich erkenne das Problem und seine schicksalhafte Dimension an.” Andererseits aber: “Keine Ahnung, was ich jetzt tun soll. Vielleicht einfach gar nichts? Weil, da fällt mir jetzt echt nichts ein. Ich persönlich, alleine kann doch kaum etwas tun. Das würde doch fast nichts ändern.”

Irrtum! Wir sind die Generation Weltrettung. Wir müssen es richten. Jede/r einzelne und alle zusammen. Die Option, einfach mal nichts zu tun, entfällt.

Heldinnen des Klimaschutzes

Szenenwechsel: Weltrettung als Hollywood-Blockbuster. Eine globale Gefahr bedroht die Menschen! Ein Held kämpft dagegen! Oft genug mittels futuristischer Laserschwerter und ähnlich imposantem Gerät. Die Bilder von wilden Explosionen und den entschlossenen Gesichtszügen des Helden wechseln sich ab. Das sehen wir uns gerne an. So, denken wir, geht das mit der Weltrettung!

Nicht zuletzt deshalb haben viele Greta Thunberg zur Heldin erkoren. Wir machen sie zur Ikone, denn beim Heldinnen-Kampf mitfiebern, das können und mögen wir.

Unser Problem ist nur, dass Greta die Verantwortung umgehend an uns zurückgibt. Das ist richtig abtörnend. Weltrettung ohne Action-Unterhaltung, Explosionen und Laserschwerter fehlen, Weltrettung ohne Charme und Sexappeal. Echt unangenehm.

Ego oder Erde

Wie ich hier zuletzt gezeigt habe, geht es letztlich darum, dass wir eines schaffen: Wir müssen unser Ego zurückfahren. Die Ich-Entwicklung verläuft spiralförmig. Um weiter zu kommen, entwickeln wir uns vom schier grenzenlosen Ego zum Wir. Von dort geht es nochmals zum Ich zurück: Erreicht ist dann die “Zielstufe der Gesellschaft”, die “eigenbestimmte Stufe”. Sie liegt auf einem sehr viel höheren Ich-Niveau als zuvor. Wer diese Schwelle überschreitet, findet erneut zum Wir – und von dort geht es nicht mehr zurück. Spätestens hier wird deutlich, dass die Entwicklung am Ende vom Ego wegführt. Der Egoismus, ist letztlich das Menschheitsproblem, das uns in die aktuelle Situation gebracht hat. Wollen wir überleben, müssen wir unser Ego in den Griff kriegen.

Schon einmal ist dies gelungen, jedenfalls einige Jahrzehnte lang. Trotz technischen Potentials haben wir es geschafft, uns nicht per Atomkrieg aus der Schöpfung zu bomben. Gut gemacht, Menschheit, weiter so.

Nun haben wir uns leider eine zusätzliche Herausforderung eingebrockt, die wohl schwieriger zu meistern ist. Denn nun gilt es nicht nur, einige Staatenlenker von der Selbstzerstörung abzuhalten, sondern das Handeln von Milliarden von Menschen zu beeinflussen.

Und das jetzt schon, obwohl es sich erst später lohnt. Für solche anspruchsvollen Opererationen ist der Mensch zunächstmal nicht gemacht. Aber wir können uns weiterentwickeln. Wir müssen uns weiterentwickeln! Wir haben es schon einmal geschafft, indem wir bisher nach den katastrophalen Ausnahmen in Hiroshima und Nagasaki die Atombombe nicht mehr zum Kampf eingesetzt haben. Nun wartet erneut eine neue Entwicklungsstufe auf die Menschheit.

Eine historische Herausforderung

Die Menschheit existiert seit über 300.000 Jahren auf dem Planeten. Unsere evolutionären Vorgänger und die Geschichte, der wir unser menschliches Dasein verdanken, reicht letztlich 13.800.000.000 Jahre zurück. Und jetzt bleibt uns ein winziger Augenblick, wenige Jahre nur, um die Kurve zu kriegen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Vielleicht noch gerade 3(!) Jahre nur! Vielleicht auch zwanzig – aber darauf sollten wir uns eher nicht verlassen. So oder so: Wir, die wir gerade leben, sind die Generation Weltrettung. Das gilt es, jetzt zu umreißen! Wir haben jetzt gerade das Potential, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören – oder sie zu erhalten. Die menschliche Zukunft hängt von uns ab.

Du bist das Klima

Die Vergangenheit, Gene, Erfahrungen, alles, was bis zu diesem Moment geschah, prägt dein und mein Leben. Es definiert, was dir oder mir jetzt gerade möglich ist. Wir alle haben ein einzigartiges Potential!

Was das bedeutet, wird beispielhaft deutlich an Greta Thunberg, ihrer Geschichte, ihrer Persönlichkeit und ihren Möglichkeiten. Nur ein Mädchen wie sie, mit ihrer einzigartigen Geschichte und ihrem Asperger-Syndrom und dem Spezialinteresse Klimaschutz beziehungsweise “Überleben der Menschheit unter akzeptablen Bedingungen”, konnte tun und erreichen, was sie tat und erreichte.

Und, an einem anderen Beispiel: Nur wer einen Video-Kanal betreibt, der schon einige Reichweite hat und ein Riesen-Talent für sein Geschäft mitbringt, wie Rezo, konnte ein wirksames Video wie „Die Zerstörung der CDU“ drehen.

Wir sollten Greta und Rezo nicht zu Helden machen, um selbst Zuschauer sein zu dürfen. Was für sie gilt, gilt für jeden Menschen. Es erwächst für jeden Menschen der Generation Weltrettung seine oder ihre Mission. Einzigartige Bedingungen jedes Menschen sorgen für einzigartige Möglichkeiten und das Potential, genau so zu handeln. Genau seinen oder ihren Beitrag zu leisten. Beispiele für solche besonderen Bedingungen und ihre Optionen – und da ist nun wirklich für jeden etwas dabei:

  • Ohne SUV keine Möglichkeit, den SUV abzuschaffen
  • Ohne Plan, einen Spritschlucker zu kaufen, keine Option, diesen Plan aufzugeben
  • Ohne Vorhaben, eine Fernreise zu buchen, keine Chance, sie abzusagen oder zu verschieben
  • Ohne CDU/CSU/SPD/FDP/Grünen/Partei-Mitgliedschaft, keine Option die eigene Partei zu beeinflussen
  • Ohne Kinder, die bei FFF aktiv sind, keine Gelegenheit, sie zu unterstützen
  • Ohne dass man Fleisch isst, keine Chance, Vegetarier zu werden oder einen persönlichen Veggy-Day zu bestimmen
  • Ohne erhöhten Milch-Konsum keine Option, auf Haferdrink umzustellen
  • Ohne Geld keine Option, an eine der effektivsten Klimaschutzorganisationen wie an die Clean Air Task Force zu spenden bzw. über atmosfair zu kompensieren
  • Ohne (Manager-) Job in der Auto-, Kohle-, Flug-Industrie, einer entsprechenden Lobby oder Partei keine Chance, als Whistleblower über bisher geheime Praktiken zu informieren oder den Job öffentlichkeitswirksam hinzuwerfen
  • Ohne persönliches Auto-Kohle-Fan-Umfeld, keine Chance, gute Bekannte und Hardliner mit dem Thema zu konfrontieren
  • Ohne noch Kohle-Strom zu beziehen, keine Option zu einem echten Öko-Strom-Anbieter zu wechseln (z.B. ews-schönau)
  • Ohne Ahnung, wovon ich hier eigentlich rede, keine Chance, sich erstmals über das Rezo-Video (Minute ca 5:15 bis ca 25 sind zum Klimathema) oder beispielsweise diesen Focus-Artikel über das Thema zu informieren

Wie Rezo in seinem Video sagt: Seiner Beobachtung nach haben sich die Leute, die den Klimawandel leugnen oder die Warnungen davor für unberechtigt halten, schlicht und einfach nicht über das Thema informiert (Meiner Beobachtung nach gilt das in gewisser Weise sogar für viele Menschen, die dem sozial-ökologischen Milieu angehören). Rezo macht die Radikalität unseres Problems deutlich. Doch hier geht es ums Handeln. Nur ein Beispiel: Nach Berechnungen von William MacAskill kann ein durchschnittlicher US-Amerikaner seine gesamten jährlichen CO2-Emissionen per Spende für um die 100 US-Dollar kompensieren (allerdings nur bei der effektivsten Hilfsorganisation. Und das ist kein Modell für Milliarden. Aber für jeden ein einfacher Anfang – wenn in Zukunft vermieden, statt kompensiert wird).

Sofort beginnen

Jetzt, in diesem Moment, gilt es, einen kleinen Schritt zu gehen und sofort etwas zu tun und NICHT NICHTS! Beispielsweise,

  • zu obigem Rezo-Video weiterklicken
  • obigen Focus-Artikel zu lesen
  • diesen Post zu teilen

Radikalisiert euch

Mit einem Klick ist es sicher nicht getan. Aber für den Moment schon. Wir können immer nur im Moment leben. Jetzt gilt es, jetzt, genau in diesem Moment, das Richtige zu tun. Und vor allem: Nicht nichts zu tun! Die nächsten Schritte müssen und können danach folgen.

Was hier vielleicht eine unverschämte Vorderung, wie ein Zwang, klingt, ist eine schlichte Tatsache. Auf jeden Augenblick folgt ein nächster, solange man lebt. Es ist wie mit den Atemzügen. Einem Moment, in dem Sie nichts tun, kann ein anderer folgen, in dem Sie nichts tun. Ein Moment, in dem Sie etwas tun, folgt ein anderer. Es geht also zunächst darum, nicht lauter Augenblicke, in denen man gar nichts tut, aufeinander folgen zu lassen. Daher: Genau jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, etwas zu tun, was unsere Chance zum Überleben erhöht.

Wer die Kurve kriegen will, muss das Steuer nicht nur einmal anstubsen, sondern immer weiterdrehen. Einer Entscheidungssekunde Pro Zukunft muss später eine weitere folgen. Deshalb beginnt es dennoch mit einem Augenblick.

Wer menschliches Handeln beobachtet und menschlichen Egoismus, kann mit Fug und Recht und rational begründet annehmen, dass die Menschheit die Kurve nie und nimmer kriegt. Aber: Was wäre die Alternative?

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