Der HR die Leviten lesen – Messe-Nachlese Teil 3

Wie sieht der Job der Zukunft für die Recruiter aus? Marc Irmisch von Monster beschreibt ihn auf der Personal Süd – und liest den HR-lern die Leviten.

Eklatante Probleme bei Stellenbesetzungen

Für die Studie „Recruiting Trends 2014“ befragte Monster die 1000 größten deutschen Unternehmen (Rücklauf 128 – in vielen Aspekten repräsentativ). Ein Ergebnis: 35,8 Prozent der in diesem Jahr ausgeschriebenen Stellen werden vermutlich nur schwer zu besetzen sein. Bei 5,8 Prozent der Angebote gehen die Unternehmen davon aus, dass die Stellen gar nicht besetzt werden können. Je nach Einsatzbereich schwankt dieser Wert und erreicht bei den IT-Stellen 10 Prozent!

Falsches Selbstverständnis der HR

Marc Irmisch zufolge müssen die Mitarbeiter der Personalabteilungen ihr Selbstverständnis überdenken: „In Zukunft werden HR-Jobs zu Sales-Jobs!“. Denn leichter wird die Besetzung offener Stellen in der Zukunft nicht: Völlig zu Recht sehen die Befragten Personaler in der Monster-Studie die größte externe Hürde bei der Personalbeschaffung im demographischen Wandel – ein Faktor, der sich in den nächsten Jahren dramatisch verstärken wird.

Das Rezept, das Irmisch, bei Monster Sales Director Deutschland, empfiehlt, klingt ein wenig trivial und ein bißchen nach einem gruppendynamischen Gesprächskreis aus den 1970er Jahren: „Ihr müsst euer Grundverständnis ändern!“. Nichts desto weniger trifft seine Aussage zu. Wenn schon völlig verkehrt an die Sache heran gegangen wird, können nur falsche Maßnahmen folgen. Zunächst einmal müssen Personaler ihren Job als Sales-Job begreifen lernen. Dann rückt auch die Einsicht näher: Verkaufen lässt sich niemals von oben herab und ohne Dialogbereitschaft. Ich erlebe heute einige wenige Personalabteilungen, die dies schon verstanden haben. Und viele Personaler und Personalentscheider, für die dies noch überhaupt nicht auf der Agenda steht.

Konkrete Ansatzpunkte für Personaler

In Teil 2 dieser Reihe habe ich schon beschrieben, was sich Bewerber wünschen. Beispielsweise wollen sie informiert werden. Lesen Sie bei Interesse bitte dort nach, wie dieses Informationsbedürfnis konkret aussieht – und wie erschreckend schlecht von seiten der Unternehmen darauf eingegangen wird.

Die Generation Y möchte eine Ansprache über die Social Media, wie die Monster-Studie zeigt. Außerdem braucht die Gen Y einen Zugang über mobile Technologie sowie eine akzeptable work-life-balance.

Nach Stepstone erwarten 32 Prozent der Fach- und Führungskräfte in diesem und dem nächsten Jahr, die Stelle zu wechseln. Hauptmotivationen sind die Suche nach neuen Herausforderungen (37 %) und zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten (33 %). Hier sind die Personaler richtig unterwegs, in dem sie Mitarbeiterbindung als größte interne Herausforderung der Personalbeschaffung ansehen.

Fazit für die Human Ressources

Fazit: Es gibt für die HR jede Menge Herausforderungen. Es gibt viele Baustellen. Und es gibt konkrete Lösungsansätze. Allem voran gehen muss aber die Gewinnung eines neuen Selbstverständnisses der Personaler: „HR ist sales-job“.

Dies ist Teil 3 meiner 4-teiligen Messe-Nachlese zur Personal Süd 2014.

Teil 1: Vom Online-Formular zur 1-Klick-Bewerbung

Teil 2: Fachkräftemangel – eine Frage der Perspektive

Teil 4: Active Sourcing liegt im Trend. Ansätze, Kosten, Innovationen.

Nachtrag: Interessante Aussage des schweizer Headhunters Sandro V. Gianella  „Man muss die Leute überzeugen und Karriereschritte besser verkaufen.“ – weil nicht mehr jeder alles für die Karriere in Kauf nehmen möchte.

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