Porträt Christoph Burger
Xing-Symbol Twitter-Symbol Facebook-Symbol Symbol RSS-Feed
24.06.2014 Karriereplanung

Jobs mit Reisebereitschaft: Was denken Personaler über Bewerber?

Viele Ratsuchende der Karriereberatung Stuttgart stellen sich folgende Fragen: Welches Stellenangebot passt zu meinem Profil? Welche Aussichten habe ich mit einer Bewerbung? Hier einige Tipps dafür – am Beispiel der Reisebereitschaft.

Sichtweise der Personalabteilungen

Die erwähnten Fragen stellen sich auch die Unternehmen, wenn Sie sich dort bewerben. Passt der Bewerber auf die Stelle? Konkreter formuliert: Könnte unsere Vakanz eine sinnvolle Fortschreibung des bisherigen Lebenslaufs des Bewerbers sein? Berücksichtigung finden hierbei eine Vielzahl von Faktoren. Im Folgenden das Beispiel der Reisebereitschaft.

Reisebereite Bewerber gesucht

Wenn die angebotene Position einen größeren Umfang an Dienstreisen beinhaltet, haben Bewerber die Nase vorn, die genau einen solchen Job zuletzt ausgefüllt haben. Ihre Fähigkeit, sich mit solchen Arbeitsbedingungen arrangieren zu können, gilt als bewiesen. Ferner kommen Kandidaten in Frage, deren Familiensituation passend erscheint. Dies trifft für jüngere Bewerber zu, denen man Abenteuerlust zugesteht. Und für ältere, deren Kinder groß sind.

Vielleicht haben Sie bisher angenommen, dass es Ihre Privatsache ist, wie Sie Ihre privaten Verhältnisse mit dem Beruf in Einklang bringen? Richtig, theoretisch wäre das Privatsache. Schließlich gibt es Paare, die sich mit einer Fernbeziehung bestens arrangieren können. Jeder macht es anders. Hauptsache, es klappt an der Arbeitsstelle. Soweit die Theorie.

In der Praxis gibt es aber jobsuchende Kandidaten, die Kompromisse machen (müssen). Das wird in den Unternehmen mitgedacht. Die Personaler sind skeptisch: „Eigentlich will der Kandidat mit der jungen Familie bestimmt nicht so viel reisen; aber er findet gerade nichts Passendes. Wenn der bei uns anfängt, ist er gleich wieder weg. Oder es gibt familiäre Spannungen. Das drückt früher oder später die Arbeitsleistung.“ So grübeln sie – und sagen im Zweifel ab, bevor es zum Gespräch kommt.

Selbstprüfung: Passt der Job?

Bevor Sie sich auf Stellen bewerben, prüfen Sie bitte ehrlich, ob diese Vakanz wirklich für Sie passt. Bedenken Sie dabei alle Konsequenzen für den Alltag. Überlegen Sie außerdem grundsätzlich bei jedem Jobwechsel: Ist die nächste Stelle eine gute Zwischenstation zum übernächsten Schritt? Andernfalls würde ich sie Ihnen höchstens empfehlen, wenn es Ihnen gelingt, damit in Rente zu gehen.

Falls Sie immer Ablehnungen auf Ihre Bewerbungen erhalten: Vielleicht können Sie Ihre Behauptung, mit hohem Reiseaufkommen kein Problem zu haben, nicht vermitteln? Dann brauchen Sie andere Zielstellen – erweitern Sie Ihren Radar bei der Suche. Mindestens aber sollten Sie folgenden Tipp beherzigen.

Tipp für reisewillige Bewerber

Ihr Privatleben wird mitgedacht – so ticken also Personalabteilungen! Wenn Sie dies in Rechnung stellen, bedeutet es für Ihre Bewerbung: Erklären Sie auf jeden Fall kurz, wieso Sie die geforderte Reisebereitschaft mitbringen, obwohl Ihre Familie vielleicht noch als „jung“ bezeichnet werden kann. Eindringlicher gilt dieser Tipp selbstverständlich für Sie als Mutter. Dass Sie daheim einen zufriedenen Hausmann haben, der glücklich die Kinder verorgt, ist ein seltener Umstand, den Sie unbedingt betonen sollten. Das glaubt sonst keiner.



Tags:
Porträt Christoph Burger

Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

Schreiben Sie einen Kommentar!

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zur Speicherung des Kommentars vearbeitet werden. Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung.
* Pflichtfeld / ** Wird nicht veröffentlicht!