Porträt Christoph Burger
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06.12.2017 Allgemein, Persönlichkeitsentwicklung

Zu wenig Hirn für den Job

Der aktuelle US-Präsident und mit ihm die Welt haben ein Problem. Er gefährdet den Weltfrieden – soweit er denn besteht. Was tun, wenn einer zu wenig Hirn für seinen Job hat?

Wo liegt das Problem?

Schon in einem früheren Post hatte ich darauf hingewiesen, dass es Herrn Trump nicht unbedingt an Intelligenz mangelt. Und dass er nicht zwangsläufig eine egozentrische Störung aufweist. Ich glaube vielmehr – mit einigen anderen – dass er sich in einer frühen Entwicklungsstufe befindet. Jeder Mensch fängt bei Null an: Von der undifferenzierten Wahrnehmung von Welt (das da draußen – das da drinnen – alles eins), geht es in eine Unterscheidung von Ich und Außenwelt. Das Ego auszubilden, ist also ein Ergebnis einer erfolgreichen Entwicklung. Allerdings schaffen das praktisch alle Jugendlichen. 95 Prozent der Menschen bringen es außerdem fertig, die nächste Stufe zu erreichen, in der man nicht nur seinen eigenen Vorteil sucht. In der man Menschen vertraut und auf der Basis einer Gemeinschaft zusammen lebt. Und immer noch die meisten vollziehen bis zum frühen Erwachsenenalter den Schritt zum Einzelmenschen, der sich zwar auf die Gemeinschaft bezieht, aber nicht von ihr abhängt.

Trump, dafür spricht vieles, kennt nur seinen persönlichen Egoismus. Da er weiter nicht zu sehen in der Lage ist, gefährdet er Menschenleben weltweit. Bei allen schlimmen Entscheidungen, die er bisher traf, dürfte das Verlegen der US-Botschaft nach Jerusalem die verheerendste sein. Wie viel Amerikaner werden sterben müssen, weil amerikanische Einrichtungen angegriffen werden? Was wird weiter geschehen? Das Singuläre an dieser Maßnahme ist, dass sie vollkommen unnötig ist. Während auch sehr reife Menschen daran scheitern, Kim und sein Atomwaffenprogramm in den Griff zu kriegen, wird in Jerusalem Instabilität erst erzeugt. Das heißt: Eine einzige eitle Entscheidung führt zu tausenden Toten.

Weg mit dem Mann

Sobald der Weg frei ist aus Sicht der Republikaner, sobald nämlich die unsägliche Selbstbedienungs-Steuerreform Gesetz geworden ist, sollten der brandgefährliche, unreife Mensch im wichtigsten Job der Welt (demokratisch) abgeräumt werden. Sein Gehirn kann die Komplexität der Welt in keiner Weise abbilden. Dafür fehlen Trump mindestens 3 wesentliche Entwicklungsschritte, für die jeder Mensch jeweils mehrere Jahre Entwicklung benötigt.

Was können Menschen mit der Ausstattung des Präsidenten? Was nicht? Wie muss man mit ihnen umgehen? Häufig sind sie durch ihre Durchsetzungsstärke und Kompromisslosigkeit erfolgreich. Man darf ihnen jedoch nicht vertrauen, muss sie kontrollieren und eingrenzen. Von Werten mit ihnen zu sprechen, funktioniert nicht. Sie sagen „Vertrauen“ oder „Freiheit“ oder „Menschenrechte“, aber meinen etwas anderes als wir. Selbst diskutieren ist sinnlos: Diskussion bedeutet für sie, ich darf nicht sofort zuschlagen, sondern muss den Krieg mit Worten führen. Krieg ist es für sie immer, sie leben in einer Welt des Misstrauens, von Gewinnern und Verlierern. In ihrer Welt suchen alle ihren Vorteil, genau wie sie. Es geht aus ihrer Sicht darum, sich nicht unterkriegen zu lassen.

In manchen Jobs sind sie einfach nur fehl am Platz: Kontrolle und Eingrenzung versagen. Dann kann es nur eine richtige Entscheidung geben: Sobald wie möglich weg mit ihnen, sonst wird es für alle brandgefährlich. Voraussetzung für die hier beschriebene Sicht ist es, zur Kenntnis zu nehmen, dass wir Menschen uns nicht nur in Punkto Intelligenz, Bildung und Werten unterscheiden, sondern auch in der menschlichen Reife – wissenschaftlich exakter ausgedrückt in der Stufe unserer „Ich-Entwicklung“. Diese Stufen sind exakt beschrieben – das Modell muss bekannter werden. Es ist für jeden Job der Erde relevant und nützlich für uns alle, das Wissen darum in Beruf wie Alltag zu nutzen.

Trump: Intelligenz und Dämlichkeit schließen sich nicht aus

 



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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