Porträt Christoph Burger
Xing-Symbol Twitter-Symbol Facebook-Symbol Symbol RSS-Feed
11.12.2017 Karriereplanung

Karriere: Machen Sie Ihre Ambition deutlich

Ausgerechnet die erste Voraussetzung, Karriere zu machen, wird häufig übersehen: Verkünden Sie Ihren Willen dazu! Wenn keiner weiß, was Sie wollen, werden Sie auch nicht berücksichtigt. Außerdem wichtig: Scheitern gehört dazu. Wie man es richtig macht, zeigt gerade der kommende Spitzengrüne Robert Habeck.

Vom Außenseiter zum Spitzenmann

Robert Habeck hat in den letzten 15 Jahren das eine oder andere gemacht in der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Dennoch war es eine Überraschung, als er sich im Mai 2015 in seiner Partei um die Spitzenkandidatur für den Bundestagswahlkampf bewarb. Viele fragten sich: Wer ist das nochmal, dieser Habeck? Innerhalb der Partei kannten den Namen sicher viele – aber das genügt nicht, wenn einer Spitzenkandidat sein will. Und auch die grünen Parteimitglieder hatten den Politiker nicht wirklich auf dem Plan.

Was passierte also, nachdem sich Habeck überraschend bewarb? Sowohl Parteianhänger als auch Multiplikatoren wie die Medien und wir Bürger lernten Habeck, seine Person, seine Ideen, seine Art kennen. Am Ende des Prozesses verpasste er den Erfolg in der Urwahl nur hauchdünn. Entscheidend ist aber nicht, dass er nicht direkt erfolgreich war. Viel wichtiger ist, was er allein durch die Kandidatur erreicht hat! Seine Bekanntheit stieg rasant und seine Qualitäten wurden allgemein bekannt. Zeitgleich mit dem Prozess des Scheiterns stellte er sich selbst also in den Fokus und erhöhte seine Chancen für zukünftige Besetzungen der wichtigsten Jobs in der Partei.

Heute, Knapp drei Jahre später, verkündet er sein Interesse an der Stelle des Parteivorsitzenden. Jetzt ist er nicht mehr irgendwer, sondern Habeck ist der Mann, an dem bei den Grünen kein Weg mehr vorbei führt. Klar, hat er in den letzten Jahren weitere Punkte für sich gesammelt. Aber das ist nur ein Teil des Erfolgsrezepts. Hätte er sich 2015 nicht um die Spitzenkandidatur beworben, wäre vieles nicht so für ihn gelaufen, wie es lief.

Auch Scheitern hilft weiter

Wenn Sie nicht sagen, welcher Ehrgeiz Sie treibt und was Sie als nächstes anstreben, haben Ihre Chefs kaum einen Anlass, über Ihre Ambition nachzudenken. Wenn Sie diese dagegen klar machen, lösen sie einen Prozess bei Ihren Vorgesetzten aus. Hat er das Zeug zum Vorgesetzten? Hat Sie das Potential einer Abteilungsleiterin? Sie stellen sich selbst in den Fokus. Sie erhöhen Ihre Chancen auf Erfolg. Und Sie bekommen eine Rückmeldung. Alle drei sind Bausteine zum späteren Erfolg.

Was passiert dann? Es sind verschiedene Ausgänge möglich. (1) Man traut Ihnen den Job zu und Sie bekommen ihn. (2) Man zieht zunächst jemand anderen vor – aber Sie sind der / die nächste. (3) Ihre Chefs meinen nicht, dass Ihre Karriereidee zu Ihnen passt. Sie erfahren jedoch, wo Sie sich noch verbessern müssen. Sie erkennen vielleicht auch, dass Ihre Wunschstelle noch eine Nummer zu groß ist – oder vielleicht gar nicht Ihr Ding. Oder Sie haben die Chance, rechtzeitig das Unternehmen zu wechseln, um Ihr Ziel woanders zu erreichen. Manchmal bewirbt es sich leichter nach außen, zum Beispiel weil beim eigenen Arbeitgeber keine passenden Stellen vorhanden sind oder persönliche Vorurteile bei den aktuellen Chefs den Weg verbauen.

Egal, wie der Ausgang ist: Es lohnt sich für Sie, Ihre Ambition deutlich zu machen.



Tags:
Porträt Christoph Burger

Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

Schreiben Sie einen Kommentar!

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zur Speicherung des Kommentars vearbeitet werden. Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung.
* Pflichtfeld / ** Wird nicht veröffentlicht!