Traumjob (Teil 3): Eine verbreitete Methode – die selten funktioniert

Zuletzt hatte ich hier gezeigt, dass es zu wenige Traumjobs für alle gibt – selbst, wenn jeder mit jedem solange tauschen könnte, bis es für alle bestmöglich passt. Ebenso zweifelhaft ist der von vielen eingeschlagene Weg: Bilanz ziehen, Idee spinnen und los. Die Kritik daran erläutere ich hier genauer. Das lohnt sich, denn dieser Ansatz ist weit verbreitet. Und die bessere Alternative liegt nur knapp daneben.

Bilanz ziehen, Idee spinnen und los

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, die eigenen Stärken, Wünsche und Werte zu reflektieren. Anders kann man fast gar nicht beginnen, wenn es in Richtung Traumjob gehen soll. Mit dem üblicherweise nächsten Schritt, der Idee auf Basis dieser Bilanz, beginnt das Problem. Warum? Beim Brainstorming ist „alles erlaubt und alles erwünscht“. Das Sortieren der Fundstücke und vor allem das Aussortieren soll später kommen. Das ist prinzipiell gut, gehört es doch zur Methode. Doch im Falle Traumjob-Suche wird es zugleich heikel. Der Grund dafür könnte mit dem Schlagwort „Mythos Motivation“ bezeichnet werden.

„Wir machen den Weg frei?“ Eben nicht!

Kern des Übels ist der Glaube, dass eine motivierende Idee irgendwie „den Weg frei macht“, wie es in der Werbung der Volks- und Raifeisenbanken heißt. Die Werbefilmchen dieses Bankenverbunds unterscheidet sich erheblich von der Realität in der Bankfiliale vor Ort. Gleiches passier, wenn die tolle Idee der Traumjob-Sucher und die Realität zusammen prallen. Beispielsweise ist der Markt für Coachs leider zu und ein Café aufzumachen bedeutet vornehmlich viel Arbeit für wenig Geld.

Deshalb gilt für die Traumjob-Suche als Kritikpunkt eins: Der Realitäts-Check kommt viel zu kurz! Dieser Mallus hat Methode. Würde die Kritik nämlich allzu lebensnah gestaltet, zerstörte man damit das schöne Aufbruchs-Gefühl, das gerade alle erfasst hatte. Der Clou der Methode besteht ja gerade in diesem „alles-ist-möglich“-Empfinden. Ohne diesen Spirit geht es kaum. Er ist es, der die Traumjob-Sucher pusht.

Persönlichkeit begrenzt

Kritikpunkt Nummer zwei: Die Methode lässt etwas sehr Entscheidendes außer acht, nämlich die ziemlich festgeschriebene Persönlichkeit der Traumjob-Sucher. Es wirkt zwar so, als würde die Methode die Persönlichkeit berücksichtigen, indem nach den Stärken gefragt wird. Doch es sieht nur so aus. Bei Erwachsenen ist nämlich nicht die Wandelbarkeit bezeichnend, sondern die Begrenztheit der eigenen Möglichkeiten. Man kann sich mit 40 nicht mehr neu erfinden. Ebensowenig mit 30. Dazu bräuchte es schon einschneidende Einflüsse von außen. Und nicht jeder, der bei der Traumjob-Suche an den Start geht, hat eine ausgewachsene Krise vorzuweisen.

Die geringe Berücksichtigung der Persönlichkeit hat gleichfalls Methode. Kritikpunkt eins und zwei haben dieselbe Ursache. Würden die begrenzten persönlichen Varianzen stärker berücksichtigt, erlitte erneut die schöne Aufbruchstimmung einen Knacks. Von diesem alles-ist-möglich-Gefühl aber lebt die populäre Traumjob-Suche.

Was also dann? Meine Alternative stelle ich im nächsten Beitrag vor.

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