Kündigung: Wenn Ihr Marktwert plötzlich sinkt

Selbst Top-Leistungsträger tun sich nach einer Kündigung oft überraschend schwer bei der Arbeitssuche. Sie sollten ihre Bewerbungssituation von Anfang an realistisch sehen – und rechtzeitig die Initiative ergreifen.

Als Top-Kandidat auf Arbeitssuche

Der typische Bewerber mit zuversichtlichem Blick auf die kommende Arbeitssuche hat seine Karriere auf solide Beine gestellt. Entweder ist er oder sie Akademiker/-in oder hat sich nach einer Berufsausbildung weiter qualifiziert, z.B. in BWL oder per Techniker-Abschluss. Überdies haben die Kandidaten, welche ihre künftigen Karrierechancen als sehr gut einschätzen, zuvor wichtige Positionen ausgefüllt. Sie waren gefragte Fachexperten oder besetzten eine Führungsstelle. In der Regel wurden sie mehr als einmal befördert oder konnten ihren Kompetenzbereich ausweiten und ihr Gehalt aufbessern. Keine Frage: Diese Kandidaten wurden für ihre Arbeit gut bezahlt und  waren ihr Geld auch wert.

In Bezug auf ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ertreten sie häufig die Meinung: „Gute Leute finden immer einen Job“! Stimmt das? Im Prinzip ja, ABER … Dieses „ABER“ kann nicht groß genug geschrieben werden.

Vorsicht: Der Arbeitsmarkt hat eigene Gesetze!

Als Karriereberater habe ich eine eigene Sicht auf den Arbeitsmarkt. Dieser Markt richtet sich nie danach, wie begehrt und wertvoll ein Profil für den bisherigen Arbeitgeber war. Entscheidend ist allein, wie sehr das Profil aktuell von anderen möglichen Arbeitgebern nachgefragt wird.

Auch Top-Leute können dramatisch an Wert verlieren, sobald sie ihren bisherigen Job aufgeben müssen. Statt dem, was sie dem alten Unternehmen wert waren, gilt nun plötzlich ein Marktwert, der sich ganz anders herleitet. Konkret kann die dramatische Differenz der beiden Summen diese Gründe haben:

  • Kandidaten ohne Job werden geringer wertgeschätzt als solche in ungekündigter Position
  • Techniken wandeln sich – möglicherweise haben andere Unternehmen inzwischen modernisiert
  • Wer einmal Führungskraft ist, wird häufig nur auf gleicher oder höherer Ebene eingestellt
  • Bei vielen Unternehmen werden Führungskräfte intern rekrutiert
  • Top-Jobs werden nicht an Arbeitslose vergeben
  • Die Tendenz, nur optimal passende Kandidaten einzustellen, nimmt immer mehr zu
  • Es gibt zu wenig geeignete Arbeitgeber in Ihrer Region
  • Viele Branchen schätzen keine Quereinsteiger
  • Kenntnisse aus den Tätigkeiten vor der letzten Stelle sind inzwischen nicht mehr relevant

Die genannten Aspekte sollten jeden Kandidaten zu gehörigem Respekt vor der Arbeitssuche nötigen. Auch frühere Top-Leistungsträger, deren Karriere bisher aus Aufstieg pur bestand, können bei der Arbeitssuche erleben: Plötzlich geht nichts mehr. Deshalb sollten Sie folgende Tipps beachten:

Wenn Sie nach der Kündigung die ersten Gespräche beim Betriebsrat und Arbeits(!)Rechtsanwalt geführt haben: Holen Sie sich im zweiten Schritt professionelle Hilfe vom Karriereberater.

Klären Sie dort folgende Fragen:

  1. Sollte ich ein Alternativangebot des Unternehmens annehmen (und den Wechsel von dort aus anstreben)?
  2. Wie sehen meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt derzeit aus und wie kann ich diese recherchieren?
  3. Welche Schritte sind jetzt notwendig (Netzwerkgespräche, Arbeitsmarkt-Check, Bewerbung erstellen etc.)?

Von den Antworten hängt ab, wie sie sich entscheiden. Und ob und zu welchem Thema Sie die Karriereberatung weiter nutzen wollen.

Dazu passt:

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