Karriere: Besser auf den nächsten Schritt verzichten?

Aufstieg – ja bitte! In Zeiten der Fachkräfteengpässe häufen sich die Chancen – greifen Sie zu! Doch vor einem Automatismus des „immer höher“ muss gewarnt werden. Warum es manchmal richtig ist, attraktive Angebote abzusagen, erfahren Sie hier.

Ein spannendes Jobangebot – annehmen oder ablehnen?

Mein Kunde ist IT-Entwickler. Nennen wir ihn Herrn König. Er berichtet mir vom aktuellen Stand seiner beruflichen Veränderung. „Herr Burger, ich habe zwei interessante, sehr verschiedene Angebote auf dem Tisch liegen. Welches soll ich annehmen?“ Ich bitte ihn, die Offerten näher zu beschreiben.

Es stellt sich heraus, dass es bei allen Vor- und Nachteilen einen Hauptunterschied gibt. Mit Angebot A könnte Herr König ganz nach oben durchstarten. Im Falle des Scheiterns aber auch grandios abstürzen. Dennoch: Eine unvergleichliche Karrierechance. Angebot B böte eine interessante, vielfältige, eher ruhige Stelle.

Eine Karriere-Großchance? Kann man auch ablehnen!

Nun denken Sie vielleicht, der Fall wäre klar. Als Karriereberater muss ich quasi qua Profession die Karriere-Großchance empfehlen. Doch mein Vorgehen ist ein anderes.

Erstens rate ich eher selten eine konkrete Handlung an. Stattdessen zeige ich die (wahrscheinlichen) Folgen von Entscheidungen auf. Zweitens habe ich ein besonderes Auge auf die „Kwerkarriere“. Hierbei geht es um neue, zeitgemäße Berufswege. Der Begriff verbindet „wer“ (Ihre Persönlichkeit), „quer“ (neu, kreativ) und „K“ (Kommunikation). Sie sollten sich also selbst kennen, mutig eigene Lebensideen entwickeln und geschickt kommunizieren.

Warum braucht es diese drei Elemente? Vergegenwärtigen Sie sich Ihre Situation auf dem Arbeitsmarkt. Unternehmen wollen Personallücken stopfen. Wenn das klappt, sind sie glücklich. Die Wünsche des jeweiligen „Stopfens“ sind egal. Das gilt leider auch für alle grundsätzlich sehr begehrten und beliebten „Stopfen“ (das vortreffliche Bild verdanke ich Heiko Mell).

Kwerkarriere: Ein zeitgemäßes Karriere-Konzept

Viele meiner Kunden sagen mir im ersten Gespräch, dass es ihnen nicht allein um die steile Karriere geht. Die Familie sei wichtig, das Privatleben solle nicht zu kurz kommen, die Partnerin wolle gleichfalls Karriere machen. Moderne Karrierevorstellungen eben – so wie sie heute die meisten haben.

Der heikle Punkt, um den es mir hier geht, kommt meist erst einige Wochen später. Dann nämlich, wenn ein attraktives Angebot auf dem Tisch liegt. So wie bei Herrn König, der nun auf meinen Rat wartet. Auch in seinem Fall hat so ein Gespräch stattgefunden, an das ich ihn nun erinnere. „Herr König“, beginne ich, etwas schweren Herzens, denn ich weiß, dass ich nun die Euphoriebremse trete. „Sie hatten am Anfang Ihrer Karriereberatung bei mir betont, dass Geld Ihnen nicht alles bedeutet. Sie hatten damals gesagt, dass Sie genug vom stressigen Projektmanagement haben. Sie wollten für die letzten fünfzehn Berufsjahre eher eine ruhige Stelle suchen. Genau darum geht es beim Angebot B, wenn ich Sie recht verstehe ….“

Jetzt kommt Herr König ins Grübeln. Er hatte sich innerlich schon für A entschieden. Die damit verbundenen Chancen waren unübersehbar. Nach vielen erfolgreichen Jahren als Programmierer und Leiter von immer größeren Entwicklungsprojekten, war er auf Aufstieg eingestellt. Bot man ihm die Chance dazu, griff er zu. So geriet das Vorhaben aus dem Blickfeld, es in Zukunft langsamer angehen zu lassen. Sein Gehirn hatte sich eine Aufstiegs-Routine angeeignet.

„Angebote sind immer gut, für den, der Sie unterbreitet

Vergegenwärtigen Sie sich das Bild mit dem Stopfen. Selbstverständlich fühlen wir uns wunderbar, wenn wir begehrt sind. „Sie, nur Sie allein sind in der Lage, unser Problem zu lösen!“, tönt es schmeichelhaft in unseren Ohren. Ein Kompliment, zweifellos. Und vielleicht stimmt es sogar.

Dennoch: Ob ein Angebot auch für Sie selbst gut ist, müssen Sie getrennt davon entscheiden. Bei wirklichen  Chancen werden Sie leicht ins Wanken kommen. Ein echter Charaktertest. So wie hier im Fall König. „Aufklärung genießen und dann freien Sinnes in die Zukunft starten – so soll es sein.“ – so habe ich es kürzlich hier in Sachen Berufswahl formuliert. Das gilt auch später im Berufsleben.

Attraktive Jobangebote warten auf Sie

Selbst wenn Sie heute noch denken, „Dieser Herr König hat es gut, ich werde nie solche Angebote bekommen“: Machen Sie sich darauf gefasst, dass auch Sie begehrt sein werden. Vielleicht brauchen Sie noch eine bestimmte Qualifikation? Mit einer sinnvollen Berufsstrategie und optimierten Unterlagen sieht die Arbeitswelt in jedem Fall freundlicher aus. Und je leerer der Arbeitsmarkt wird, desto häufiger werden Anfragen bei Ihnen landen.  Und dann geht es eben wie bei Herrn König: Plötzlich liegen interessante Jobangebote auf dem Tisch.

Ich werde Ihnen nie davon abraten, sie anzunehmen. Allerdings werde ich Sie auch auf mögliche Konsequenzen aufmerksam machen, die ich sehe. Zumal, wenn ich von Ihnen ursprünglich den entsprechenden Auftrag erhalten habe. Wie es dann ausgeht, bestimmen Sie.

Insgesamt geht der Trend hin zur gelungenen Kwerkarriere. Immer öfter wird es heißen: „Ich entscheide mich gegen diesen Karriereschritt. Ich sehe die Chance auf mehr Verantwortung und Gehalt, aber ich verzichte. So werde ich meinem Plan, gut zu Leben, eher gerecht.“

Hier geht es zu meinen Paketangeboten zu Festpreisen.

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