Der Fragen-Karriere-Blog. Lesetipps 1.

Warum stellt dieser Blog so viele Fragen? Warum mangelt es an einfachen Antworten? Vor dem Start des Blogs bekam ich von Medienberater-Seite Zustimmung: „Sicher sind viele Leute an guten Tipps zu Bewerbung und Karriere interessiert“. Ja, dachte ich, aber das will ich nicht. Das gibt es anderswo schon reichlich. Na gut, vielleicht fehlt es manchen Rezepten im Netz an Qualität und es mangelt den Ratgebern an Erfahrung. Dennoch: Fragen sind wichtiger als Antworten, davon bin ich überzeugt – schon immer.

Schüler-Fragen

Bereits in der Schule stellte ich sehr häufig Fragen. Merkwürdig, sollte man meinen. In unsererm gängigen Bild formuliert der Lehrer die Fragen und die Schüler antworten. Bei mir war das anders. Sobald etwas erklärt war, drängten sich mir weiterführende Fragen auf, wie z.B. „Was folgt daraus?“ oder „Kann man das auch anders sehen?“ oder „Was bedeutet das für xy?“ Der Unterschied zwischen Fragen und Antworten entspricht demjenigen von Fortschritt und Stillstand, von Zukunft und Status Quo.

Wenn ich heute an der Uni doziere, fallen manchmal (viel zu selten) Studierende auf, die Fragen stellen. Sie sind es, die Leben ins Seminar bringen und uns alle bereichern. Wenn so eine Vielfragerin aktiv wird, spüre ich bei den Kommilitonen oft Unruhe. „Die hält uns davon ab, vom Unterricht zu profitieren. Wir kommen nicht weiter, lernen nicht, was zu lernen ist, vertrödeln Zeit.“, das sind wohl die Bedenken. Das Gegenteil ist der Fall! Kluge Fragen führen dorthin, wo es weiter geht. Wir sehen an diesem Beispiel auch, wie populär Antworten sind und wie diese Popularität auch noch den gewöhnlichsten Alltag unheilvoll durchdringt.

100 Fragen – 100 vorläufige Antworten

Dieser Blog umfasst bald 100 Artikel. Nicht alle sind dauerhaft spannend. Doch sehr viele diskutieren Fragen, die auch einige Monate später noch relevant sind. Eben weil ich keine einfach gestrickten Rezepte verabreiche, etwa nach dem Muster „so soll der Lebenslauf aussehen“ oder „so meistern Sie den nächsten Karriereschritt“. Nein, ich behandle Fragen, die ich mir selbst stelle, weil die Antworten nicht ohne weiteres verfügbar sind. Und weil ich immerhin einen Teil der Antwort kenne. Und sei es nur, dass ich die Frage klar formulieren kann.

Zeitlose Artikel auf diesem Blog: Lesetipps

So passiert manchmal etwas Eigenartiges: Menschen nehmen fortwährend einen Begriff in den Mund, ohne richtig zu bemerken, dass sie ihn nicht verstehen. Das passierte mir selbst während des letzten halben Jahres. Nach dem Erscheinen meines Buches „Karriere ohne Schleimspur“ fragten mich Journalisten in zahlreichen Interviews: „Passen Karriere und Charakter zusammen?“ Ich hörte die Frage und gab meine Antwort, ohne zu bemerken, dass etwas nicht stimmte: Sowohl Frage, als auch Antwort setzen ein bestimmtes Verständnis von „Karriere“ voraus, das eigentlich falsch ist. Also stellte ich mir die Frage: „Was ist Karriere?“

Als ich über das Forschungsprogramm zur Disziplin las, fiel mir auf, dass die Befunde überhaupt nicht zu dem passen, was die moderne Gehirnforschung behauptet. Also fragte ich mich: Wie können die Forschungsergebnisse integriert werden? Welche Konsequenzen ergeben sich hier für die moderne Psychologie und unser Menschenbild?

Als Personalberater einer Transfergesellschaft bin ich verantwortlich für die Genehmigung von Urlaub oder für die Frage, welche Konsequenz verpasste Verabredungen haben sollten. In diesen klassischen Themen von Führungskräften erlebte ich zuweilen Beschäftigte wie Kleinkinder. Ich fragte mich daher: Was ist die Gemeinsamkeit von Kinder- und Karriereverhalten?

Im Freilichtmuseum Beuren besichtigte ich, in welcher – heute kaum vorstellbaren – Armut die Leute noch vor wenigen Jahrzehnten leben mussten. Unwillkürlich versetzte ich mich in ihre Lage und fragte mich: „wie hielten die Menschen diese Armut aus?“ Dann erfuhr ich, dass damals die Bibel oft das einzige Buch im Haus war. So entstanden die Artikel zum Karriere-Gott. Ausgangspunkt war die Annahme, dass die direkten Lebensbedingungen anders waren, aber das psychische Grundgerüst der Menschen gleich blieb. Also musste es eine Parallele des Umgangs mit der Armut damals zum Umgang mit der Armut heute geben.

Täglich erlebe ich den fast höllischen Straßenverkehr rund um Stuttgart. Die Verkehrsnachrichten für Ba-Wü bestreiten wir häufig fast alleine. Beim gefährlichen und wunderlichen Verhalten der anderen (wessen sonst 😉 ?) fragte ich mich: Was ist das Gemeinsame zwischen diesem Verhalten auf der Straße und dem Gestalten der eigenen Berufslaufbahn? Denn natürlich fahren die Leute nicht nur gefährlich und selbstgefährdend Auto, sondern benehmen sich im Job genauso.

Bei Vorträgen traf ich Zuhörer, die Antworten von mir einforderten: „Wie funktioniert denn nun die Karriere ohne Schleimspur praktisch?“ Ein Ergebnis war der Artikel „Ohne Schleimspur durchs Vorstellungsgespräch“. Desgleichen fielen Leute auf, die behaupteten, „Ich bin Querkopf und das wird im Unternehmen nicht honoriert!“ Wieso nicht? Fragte ich mich und gab die Antwort.

Nun haben Sie genug Stoff und Anregungen für heute. Im nächsten, 100. Jubiläums-Beitrag liefere ich eine Innensicht des bloggens. Dann folgen weitere Lesetipps.

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