Porträt Christoph Burger
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22.06.2011 Karriere mit Charakter

Warum ich Karriereberater bin

Seit fünfzehn Jahren arbeite ich als Trainer, Coach, Redner mit Menschen an der Beförderung ihrer Wünsche. wieso ist in den letzten Jahren die Karriereberatung in den Vordergrund gerückt?

Auf eine Antwort kam ich beim Lesen des Buches von Kollege Tom Diesbrock. Plötzlich wärmten mich dabei folgende Zeilen: „Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ob wir uns erfolgreich beruflich verändern oder nicht, liegt in meinen Augen an vielen Faktoren und nicht ausschließlich an einem positiven Selbstbild! Es gibt ja so einige Propheten des positiven Denkens, die uns glauben machen wollen, dass jeder Mensch jedes Ziel erreichen kann – er müsse es nur stark genug wollen. Ich halte dies für gefährlichen Unsinn, weil es etwas sehr Komplexes auf eine schlichte Frage des Glaubens reduziert.“ Und weiter:“Ich denke nicht, dass die Welt für uns alle gleich große Chancen bietet. Ein Fünfzehnjähriger hat beispielsweise deutlich bessere Chancen, in diesem Leben Astronaut zu werden, als jemand wie ich in der Lebensmitte.“ (Aus „Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab!, Campus 2011).

Auch Diesbrock ist Berater und auch er ist…? Diplompsychologe! Diejenigen, die bevorzugt auf großen Bühnen herumtanzen und die Leute glauben machen, alles sei ganz einfach, sind es nicht. Sie haben vielleicht irgendwo mal einen Kurs in Psychologie belegt, aber das war es dann. Das ist kein Zufall, sondern hat seinen Grund. Übervereinfacher lassen Psychologen die Fußnägel hochkringeln.

Wieso die schlichten Botschaften dennoch funktionieren? Genauer gesagt auf eben jenen großen Bühnen? Dort zählt die spontane Begeisterung des Publikums. Der Effekt der Show. Wer dagegen Karriereberatung betreibt, kann nicht mit Show-Effekten arbeiten – sonst treibt er die Ratsuchenden in die Verzweiflung. Sie brauchen fundierte, seriöse Hilfen. Und wer das beherrscht, der kann – wenn es gut läuft – eben auch davon leben. Des Speakers Show darf pauschal sein. Karrieretipps im Einzelgespräch aber müssen handfest, individuell und praktikabel sein. Und wer in einer Einzelberatung pauschalen Unsinn schwätzt, wird (zum Glück) sofort entlarvt.



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

Kommentare zu diesem Beitrag

Wilhelm Zorem  |   23. Juni 2011 um 07:05 Uhr

Wenn jetzt Psychologen noch die Speakerei sein lassen, dann wäre die Welt in Ordnung.

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