Teufelskreis Employer Branding

Was tun, wenn sich zu wenig geeignete Bewerber auf eine Stellenausschreibung melden? Die Arbeitgebermarke verbessern, na klar. Aber stimmt diese Logik überhaupt? Ein gewichtiges Gegenargument gibt es. Trotz allem Hype um das Employer Branding.

Optimalfall: Ein Bewerber pro Stelle

In der Diskussion um den Fachkräftemangel geht es letztlich darum, dass es zu wenige gute Bewerber für eine Stelle gibt. Als Antwort auf diese Situation wird überall von Employer Branding gesprochen. D.h. zu deutsch, dass die Arbeitgebermarke gestärkt werden muss.

Große Unternehmen mit einem guten Namen können sich kaum über zu wenig Bewerbungen beklagen. Beispielsweise erhielt Daimler, Niederlassung Bremen, 20.000 Bewerbungen auf 400 Stellen. Schlaraffenland in den Zeiten des Fachkräftemangels? Von wegen! Ein Personalleiter der Niederlassung soll dazu gesagt haben, sein Traum seien 400 passende Bewerbungen. Der erste Vorteil ist offensichtlich: Keine Mühe mit der Personalauswahl. Der zweite ist: Keine 19600 Absagen. Warum das ein Problem ist?

Teufelskreis Employer Branding

Wenn 19600 Bewerbern abgesagt wird, frustriert man ebenso viele Kandidaten. Viele davon wären interessant und genau richtig im Unternehmen. Es gibt dort nur gerade keine geeignete Stelle für sie. Alle 19600, geeignet wie ungeeignet, reden hinterher schlecht über ihre frustrierende Bewerbungserfahrung. Und das wird wiederum weiter erzählt.

Am Ende ergibt sich ein Teufelskreis: Ein Unternehmen zieht zu wenige geeignete Bewerber an. Es reagiert darauf mit der Verbesserung der Arbeitgebermarke. In der Folge erhält es noch mehr Bewerbungen und muss nun noch mehr Absagen zustellen. Dadurch verschlechtert sich der Ruf des Unternehmens weiter. Mit ihm leidet die Qualität der Bewerber, denn es schreckt ausgerechnet die Top-Kandidaten ab, die mehrere Offerten erwarten können. Also wird noch mehr für die Arbeitgebermarke geworben. Und so weiter.

Hier habe ich über eine Lösung geschrieben: Das Absagenmanagment mit Empfehlungspool – Teil 1 meiner Serie, inspiriert durch das Buch “Mythos Fachkräftemangel” von Martin Gaedt. Er bietet mit seiner Firma younect auch die im Einstiegspost der Serie beschriebene Lösung gegen den Teufelskreis an.

Weitere bereits erschienene Teile der Serie:

Teil 2: Agentur für Arbeit: Keine Zeit zum Jobvermitteln

Teil 3: Active Sourcing – jedes Unternehmen könnte es machen

Morgen folgt der abschließende Teil 5: Die Top Ten gegen den Fachkräftemangel

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