Plädoyer ohne Plan

„Plädoyer für Arbeitnehmer mit Rückgrat“ ist eine Debatte auf Zeitonline überschrieben. Deutlich wird vor allem, dass der befragte Autor ein Plädoyer hält, aber keinen Plan hat.

Der Appell Martin Wehrles ist ehrenwert: Arbeitnehmer sollen Rückgrat zeigen. Doch mit dieser Grundidee fängt die Arbeit erst an. Denn die Frage ist, wie die Treue zum eigenen Charakter in der Praxis realisiert werden kann. Das Problem ist offensichtlich: Auf der einen Seite stehen Organisationen, die als Arbeitgeber mächtig sind. Auf der anderen Seite einzelne Menschen, die von ihrer Arbeit ihre Miete bezahlen müssen. Da reichen Appelle nicht aus. Es muss auch ein Weg aufgezeigt werden, dem man folgen kann.

Bereits der Begriff „Kwerkarriere“ deutet die Richtung an. Voraussetzung für die gerade Linie ist, dass der Arbeitnehmer weiß „wer“ er (oder sie) ist. Das klingt lapidar. Aber üblicherweise wissen die meisten Menschen recht schlecht über sich selbst bescheid. In der Regel braucht es dazu die Hilfe von außen. Das „K“ in Kwerkarriere steht für die Kommunikation. Wer weiß, wer er ist und was er will, schafft die Voraussetzung für die aufrechte Haltung. Doch nur mittels geschickter Kommunikation setzt sie sich auch durch.

Gleiches gilt für Unternehmen: Auch ihnen reicht die Idee, schräge Vögel zu beschäftigen, nicht aus. Auch sie müssen konkrete Vorschläge bekommen, wie sie diese kweren Mitarbeiter finden und wie sie am besten mit ihnen umgehen.

Verdienstvoll an dem Zeitonline-Beitrag finde ich vor allem, wie Tina Groll die Buchvorlage zuspitzt. Aus Wehrles „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ wird so die Frage nach dem Rückgrat. Und auch die deutlichen Worte der Zeitjournalistin helfen weiter.

Tina Groll schreibt: „Mit dem Fachkräftemangel verändert sich das Machtgefüge auf dem Arbeitsmarkt, Arbeitnehmer sind nicht mehr nur Humankapital, sondern gleichberechtigte Partner. Unternehmen müssen umdenken, wenn sie in Zukunft qualifiziertes Personal wollen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Es sind nicht mehr die Arbeitnehmer, die sich bemühen müssen, sondern die Arbeitgeber, die viel daran setzen sollten, fähige Mitarbeiter zu finden, zu fördern und langfristig zu halten.“

Dem ist aus meiner Warte uneingeschränkt zuzustimmen!

Hier der Link zur Debatte auf Zeitonline:

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-03/rezension-irrenhaus

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