Porträt Christoph Burger
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21.11.2012 Karriereplanung

Karriere bis zum Konzern-Vorstand – und dann?

Bernd Kolb wurde bereits mit 43 Jahren Vorstand für Innovation bei der Telekom. Wo kann es von dort aus noch hingehen? Zum Vorstandsvorsitzenden vielleicht? Oder zum Wirtschaftsminister? Nein, es wurde ein anderer Weg, einer, von dem wir mehr haben, als eine florierende Telekom. Das heutige Datum und die Themenwahl für diesen Artikel sind kein Zufall, denn Bernd Kolb wird heute 50. Herzlichen Glückwunsch! Zurück zur Frage: Welche Ziele setzt sich einer noch, der so früh „alles“ erreicht hat?

Die Karriere der Queen

Von einer Frau, die scheinbar on the top begann und trotzdem eine weitere Chance für sich entdeckte, berichtete ich in einem der ersten Artikel dieses Blogs überhaupt. Konkret: Wohin könnte sich eine Frau entwickeln, die schon Königin ist? Der britische Schriftsteller Alan Bennett beantwortet diese Frage in seinem Roman „Die souveräne Leserin“ mit feinstem, hintergründigem, englischem Humor. Ein schönes Stück Literatur, das viel über das Thema Karriere und Kwerkarriere aussagt. Vom Souverän des Staates schritt die Queen zum Souverän des eigenen Lebens fort. Aus einer letzlich abhängigen, das Protokoll erfüllenden Staats-Marionette wurde ein Mensch zum Anfassen. Doch fern des Königreichs, als Nicht-Prinz und Nicht-Prinzessin, sollten wir zur Region der bürgerlichen Karrieren zurückkehren. Manch Leser dieses Karriereblogs mag das Ziel „Vorstand“ in Betracht ziehen. Was könnte nach dieser höchsten Position der Wirtschaft noch folgen?

Ziele setzen, wenn der weitere Aufstieg unmöglich ist

Am Beginn dieses Textes habe ich schon einige Optionen genannt, die man noch hätte, dann, wenn man sich nach einem außergewöhnlich-erfolgreichen Berufsweg mit Anfang vierzig verduzt umsieht und feststellt, dass man eigentlich schon ganz oben angekommen ist. Vorstandsvorsitzender, Wirtschaftsminister, das wäre doch was, oder? Was daran ein wenig stört, ist die Ödnis dieses Weges, das Direkte, das Vorhersehbare. Wirklich spannende Karrieren verlaufen eher überraschend und im Zickzack. Und sie zeigen eher in Richtung Werte. Klar, Karlheinz Böhm war ein großer Schauspieler. Aber wie viel mehr bedeutet er uns als Gründer der Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ – um hier nur ein Beispiel zu nennen. Und so kam es auch bei Bernd Kolb. Er verlies die Telekom, um sich den großen, globalen Fragen zu widmen. Es geht ihm um die Bekämpfung von Armut, Not und Umweltzerstörung.

Die folgerichtige Entwicklung einer Kwerkarriere

Jetzt, da die Eingangsfrage aufgelöst ist: Erscheint Ihnen die Antwort nicht logisch? Eine Wirtschaftskarriere imponiert, sicher. Aber Menschen, die durch ihr humanitäres Engagement, durch den Kampf für immaterielle Werte glänzen, bleiben uns doch eher in Erinnerung. Es sind diese etwas anderen Karrieren, für die nicht zuletzt der Begriff „Kwerkarriere“ steht.

Meine geschätzte Kollegin Svenja Hofert hat im Zusammenhang mit meinem Buch den Begriff „Karriereberater der neuen Generation“ für mich geprägt. Dankenswert und sehr treffend, wie ich finde, denn früher forderten Berater, die Berufslaufbahn solle „einen roten Faden“ haben. Bei wem aber die Kwerkarriere gelingt, um die es mir geht, dessen Leben selbst hat diesen roten Faden. Bernd Kolbs Beispiel zeigt gut, wie das geht. Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Kwerkarriere und viel Glück und Erfolg auf dem weiteren Weg! Der Erfolg Ihres Vorhabens ist ganz in unserem Sinn.

Im nächsten Artikel am Freitag kommt Bernd Kolb selbst hier zu Wort – im ausführlichen Interview.



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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