Herr Laschet ist ein Klimabremser, warum?

Herr Laschet ist ein Klimapolitikbremser.

Warum?

Tja, viele Gründe, nicht nur einer. Er ist Teil der Gesellschaft, seiner Partei, des politischen Systems. Und eine Einzelperson, die ihren Ehrgeiz, Stolz, Interessen hat. Er will Kanzler werden. Das ist für ihn das Größte.

Warum?

Weil er es kann. Also, Kanzler werden. Und dann will er das auch.

Warum?

Weil es ihm und anderen einfach gar nicht darum geht, wer es am besten könnte. Sondern wer es werden kann. Und das kann er.

Warum?

Weil er für die CDU/CSU kandidiert und die werden wohl am meisten Menschen wählen.

Warum?

Gute Frage. Viele aus Gewohnheit, weil sie die Partei schon immer gewählt haben. Andere, weil die Partei zu ihrem Umfeld, zu ihrem Leben passt. Viele Leute haben den Eindruck: Die reden so und sehen so aus, dass es sich für mich richtig anfühlt. Und Laschet sagt ihnen das, was sie hören wollen.

Warum?

Damit er gewählt wird. Er betont Sicherheit. Er sagt, dass sich wenig ändern wird. Was nicht stimmt, keinesfalls, ganz im Gegenteil. Aber das ist es, von dem er glaubt, dass die Leute es hören wollen. Außerdem fehlt es Herrn Laschet an mutigem und kreativem Denken. Schließlich geht es um die Gestaltung der Zukunft, die sehr viel anders aussehen wird als heute. Da braucht man das. Wenn Herr Laschet wüsste, wie er die Probleme angehen könnte, die sich gerade aufdrängen, die Klimakrise, das Artensterben, den kompletten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, dann könnte er darüber reden. Kann er aber nicht. Außerdem: Das will er auch gar nicht.

Warum?

Zum einen, weil er glaubt, dass er dann nicht gewählt wird. Wenn er den Leuten schon vor der Wahl sagt, dass es für sie hinterher unangenehm – oder zumindest anders als bisher – wird. Und zum anderen, weil er sich so nicht richtig Positionieren kann. Wenn in der Politik eine Position nicht besetzt ist, bringt sie automatisch Wähler:innen. Wenn man bisher eine Position erfolgreich besetzt hat, ist es meist ungünstig, sie zu verlassen. Wenn eine Position hingegen schon von anderen besetzt ist, wird es eher schwierig. Und Klima- und Umweltschutz ist schon lange durch andere besetzt.

Warum?

Weil diese Probleme schon seit Jahrzehnten auf uns zurollen. Und weil schon lange klar war: Ungefähr in dieser Richtung müssten die Lösungen zu finden sein. Für ein menschenfreundliches, ausreichend stabiles Klima, gesunde Luft, Wasser, Artenschutz.

Und?

Jetzt müsste alles furchtbar schnell gehen. Alles, was man längst hätte machen können, müsste jetzt in kürzester Zeit umgesetzt werden. Aber das ist schwierig. Sehr, sehr schwierig.

Warum?

Weil es so viel zu tun gibt und weil es einen so umfassenden Umbau braucht. Und weil uns die Zeit dafür rasend schnell davonläuft.

Warum?

Weil vorher alles verzögert wurde. Außerdem glaube ich, dass Laschet das Problem gar nicht verstanden hat.

Warum?

Weil es dafür viel Phantasie, Ehrlichkeit, Verständnis von Wissenschaft braucht. Wir müssen wissenschaftliche Daten zur Kenntnis nehmen und uns vorstellen, was sie bedeuten. Und darauf verzichten, uns selbst zu beruhigen. Mit so Sätzen wie “es wird schon nicht so schlimm kommen”. Oder: “Das war noch nie so krass, warum plötzlich jetzt.” Davon gibt es jede Menge Sätze.

Und das Schuldverteilen führt nicht weiter. Der Unterschied bei Klimakrise und Artensterben zu anderen Problemen ist: Wir können hier nicht auf andere zeigen, die etwas falsch gemacht haben. Ich glaube, das ist überhaupt das Hauptproblem der meisten Menschen. Die Krisen zuzugeben heißt, Selbstkritik zu betreiben. Wir selbst müssen uns ändern, nicht (nur) die anderen. Und dazu müssen wir uns eingestehen, dass wir lange viel falsch gemacht haben und es vielleicht noch falsch machen. Dass wir einen falschen Glauben hatten und falsche Dinge behauptet haben.

Warum?

Weil unsere ganze Wirtschaftsweise, unser Lebensstil auf etwas beruht, das wir ändern müssen. Viele Jobs, unser Reichtum, unsere Gewohnheiten ruhen auf einer Grundlage, die nicht weiterträgt. Hitzewellen, Dürren, Überflutungen und Klimachaos: Irgendwann würde alles komplett zusammenbrechen, wenn wir so weitermachten. Doch das können wir letztlich leicht ändern.

Warum?

Jede andere Annahme ist völlig lächerlich. Die Menschheit hat viele Jahrtausende anders gelebt, als wir heute meinen, es sei normal. Es gibt noch nicht so lange Autos, eigentlich sehr kurz. Oder Flugzeuge. Es ist gerade erst in den letzten Jahren üblich geworden, in Urlaub zu fliegen. Wir wissen eigentlich genau, dass es viel gesünder ist, wenn wir uns mehr bewegen. Oder weniger Fleisch essen. Wir haben Wind- und Sonnenenergie und Stromspeicher, können auf gesündere Art Lebensmittel produzieren, haben öffentliche Verkehrsmittel, können Ungerechtigkeiten hier, in unserer Gesellschaft und global abbauen. Aber Herr Laschet und seine ganze Partei (und noch andere Parteien) bräuchten Phantasie und Mut. Vielleicht sogar menschliche Größe.  Ehrlichkeit zu sich selbst und zu anderen. Und deshalb ist Herr Laschet Klimapolitikbremser.

Ach so.

Aussage im Artikelbild und Artikelbild: Screenshot, Armin Laschet am 14.07.2021 bei der Podiumsdiskussion in Stuttgart (Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten Link)
P.S. Natürlich hat Herr Laschet das Klimabremser-Tum nicht für sich gepachtet. Hier geht es zum Klimawahlcheck zur Bundestagswahl 2021.

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