Der Matrix-Effekt – das Modell der Ich-Entwicklung als Augenöffner

Zu Anfang der Matrix-Filmtrilogie hat der Held Neo die Wahl, zwischen einer blauen und einer roten Pille. Die blaue bedeutet: Alles bleibt so, wie es ist. Er wählt jedoch die rote Pille. Und ihm werden die Augen geöffnet. Das, was er für die Realität hält, ist in Wirklichkeit eine Computeranimation. Vollkommen echt erscheinend, aber nicht real. Das psychologische Modell der Ich-Entwicklung ist so etwas wie die rote Pille.

Das beeindruckende Seminar von Dr. Thomas Binder, das ich jüngst besuchen durfte, wirkte auf mich sehr ähnlich, als hätte mir jemand einen Augenöffner verabreicht. Worum geht es?

Das Modell der Ich-Entwicklung

Menschen unterscheiden sich durch ihre Intelligenz, Kreativität, Intro- bzw. Extravertiertheit und vieles mehr. Das wissen Sie. Nun aber wird Ihnen ein Instrument angeboten, im Vergleich zu dessen wirkmächtiger Bedeutung all dies gering zu sein scheint. Ein Modell, das die Handlungslogik eines jeden beschreibt. Die Brille, durch die jede und jeder alles sieht: Sich selbst, seine Mitmenschen, seine Lebensaufgaben, seine Beziehung, seinen Job, Politik und Wirtschaft. Und aus dieser Sichtweise heraus handelt er.

Alle konkreten Fragen und Aufgaben, Beziehungen, Konflikte, Lebenspläne: Alles wird geprägt durch diese Brille und stellt sich anders da, als es vielleicht mit einer anderen Brille wäre. Wobei der Effekt, der die Wirklichkeit verändert, vollkommen unbewusst wirkt.

Allein die Auseinandersetzung mit dieser verborgenen Brille selbst kann zum besseren Durchblick verhelfen. Sie kann ein wenig erhellen, wie die eigene Handlungslogik immer wieder entscheidend ins Geschehen eingreift. Sie kann für klarere Sicht sorgen, zum Abbau von Konflikten beitragen und zum Lösen von schwierigen Lebensproblemen verhelfen.

10 Brillen – Stufen der Ich-Entwicklung

Das Modell der Ich-Entwicklung beschreibt genau zehn verschiedene Handlungslogiken, wobei zwei davon praktisch nur bei Kindern vorkommen. Zwei weitere, hoch differenzierte Varianten sind in der Bevölkerung so selten zu finden, dass man sie fast vernachlässigen kann. Eine weitere sehr frühe Version kommt wiederum nur bei recht „unreifen“ Erwachsenen vor. Es bleiben also fünf „Brillen“, die uns Erwachsene in der Regel unterscheiden. Jede einzelne repräsentiert eine spezifische Handlungslogik.

Zur Handlungslogik gehört:

  • der Charakter (Umgang mit eigenen Impulsen und Maßstäben)
  • der interpersonelle Stil (Art und Weise mit anderen umzugehen)
  • der Bewusstseinsfokus (Bereiche, auf die sich die Aufmerksamkeit richtet)
  • der kognitive Stil (Art und Weise der Denkstrukturen).

Da es sich um ein Entwicklungsmodell handelt, gilt: Jeder Mensch auf einer späteren Stufe hat die früheren durchschritten und kann die dort verankerte Handlungslogik prinzipiell nachvollziehen. So zu denken, als befände man sich auf einer späteren Stufe, gelingt jedoch nur schwer oder gar nicht.

Wissenschaftlichkeit des Ich-Entwicklungsmodells

In der Matrix-Film-Trilogie gibt es eine Wahrheit und eine Scheinwelt. Ähnlich verhält es sich bei unserem Modell. Das Ich-Entwicklungsmodell ist kein theoretisches Konzept, sondern wurde aus empirischen Forschungen entwickelt und mit der Zeit immer mehr verfeinert. Es ist seit fünfzig Jahren wissenschaftlich untersucht und vielfach bestätigt worden. Wenn auch diese internationale Forschung an deutschen Universitäten kaum aufgegriffen wurde.

Dr. Thomas Binder, ein höchst nüchterner, wissenschaftlich sozialisierter Diplom-Psychologe, Diplom-Kaufmann und Berater hat sich über zwanzig Jahre lang intensiv mit diesem Modell auseinander gesetzt. In seiner Doktor-Arbeit (in einer verkürzten Version dieses Jahr publiziert: Ich-Entwicklung für effektives Beraten) trägt er die weltweite Forschung dazu zusammen. Wer sich durch sein Werk gelesen hat, kann nur von der Fundiertheit des Modells überzeugt sein.

Die gängigsten 5 Stufen der Ich-Entwicklung

Vorweg kurz zum Beginn der menschlichen Entwicklung. E1 und E2 sind die nur bei Kindern vorkommenden frühen Stufen. Darauf folgt mit der E3 eine wenig unter Erwachsenen verbreitete vorkonventionelle Handlungslogik. Menschen nehmen die Welt hier recht egoistisch und einfach wahr. Die Normen der Gesellschaft haben noch keinen Eingang in ihr Denken und Handeln gefunden. Nun zu den fünf Hauptstufen unter Erwachsenen.

Stufe E4: Durch diese Brille sehen ungefähr 12 Prozent der Erwachsenen die Welt. Wenn Sie dazu gehören, gibt es für Sie klare Regeln, was gut und richtig ist und was nicht. Selbstverständlich sollten sich alle an diese Spielregeln und Konventionen halten, davon sind Sie überzeugt! Sie genießen Erlebnisse und Unternehmungen. Wenn andere dabei sind, legen Sie Wert auf Harmonie. Ihre Lebenserfahrung ist: Letztlich geht es um das, was man selbst tut und was andere tun. Gefühle und Innenleben sind dagegen schlecht greifbar. Vergleiche zu früheren Zeiten im eigenen Leben erleben Sie häufig als schwer zu fassen. Kritik an Ihrer Person akzeptieren Sie dann, wenn Sie sich eindeutig falsch verhalten haben. Im Allgemeinen sind Streit und Kritik für Sie jedoch eher etwas, das es zu vermeiden gilt und das kaum mal wirklich weiterhilft.

Stufe E5: Circa 38 Prozent der Erwachsenen ist diese Brille eigen. Wenn Sie dazu gehören, verfolgen Sie nicht mehr unbedingt das Ziel der harmonischen Gemeinschaft. Sie sehen es nicht als erstrebenswert an, mit allen auszukommen, sondern vertreten in Abgrenzung zu anderen Ihre eigene Meinung. Sie gehen den Dingen gerne rational auf den Grund und haben klare Ansichten für sich entwickelt, was gut und was richtig ist und was nicht. Sie selbst treffen Entscheidungen in der Regel recht direkt. Denn Sie vertrauen auf bestimmte Standards und Vorgehensweisen. Vom langen Herumdiskutieren halten Sie wenig – es bringt doch nichts. Wichtig ist Ihnen, die Dinge effizient zu tun. Zuweilen können Sie sich aber auch in allzu komplexen Situationen verlieren. Von Experten und Ratgebern erwarten Sie genau das: Einen klaren Rat! Feedback von anderen bringt Ihnen vor allem dann etwas, wenn es sich auf Handlungen bezieht. Der Feedback-Geber sollte Ihrer Ansicht nach immer über eine gewisse Expertise verfügen.

Stufe E6: Circa 30 Prozent der Erwachsenen sehen die Welt durch die Brille dieser Stufe. Wenn Sie dazu gehören, haben Sie Ihre eigenen Werte, Vorstellungen und Ziele gefunden. Diese persönlichen Maßstäbe sind Ihre Orientierung im Leben. Dennoch sind Sie durchaus an den Ansichten anderer interessiert. Wenn Sie zum Beispiel Hinweise darüber erlangen, wie Sie ein Problem sinnvoller angehen können, begrüßen Sie dies. Auch Anregungen anderer, die Sie im Sinne einer Selbstkritik aufnehmen, ist für Sie wertvoll. Da Sie spüren, wie viel Sie beeinflussen können, ist es Ihnen unangenehm, wenn Ihnen die Kontrolle entgleitet. Auch wenn Sie überzeugt sind, dass jeder Mensch seine Meinung haben darf, kann es Sie zuweilen richtig aufregen, wenn Menschen Ihre tiefsten Überzeugungen und Ziele kritisieren. Dies ist ja sozusagen das Fundament, auf dem Sie stehen und das Sie sozusagen in langer Lebensarbeit entwickelt haben. Allgemein stehen Sie selbstbewusst im Leben und entscheiden, mit wem Sie welche Beziehung eingehen. Ihre Position im Leben führt dazu, dass Sie Ihre großen Einflussmöglichkeiten deutlich sehen und sich zuweilen stark verantwortlich fühlen, mitunter auch für Andere. In diesem Sinne gelingt Ihnen das „Loslassen“ nicht immer in gewünschter Weise.

Die Stufen E4 bis E6 werden auch als „konventionelle Stufen“ bezeichnet. Die Entwicklung zur E6 ist die letzte, die in westlich orientierten Gesellschaften begrüßt und gefördert wird.

Stufe E7: Die erste „postkonventionelle Stufe“ und zugleich – wie die E5 – eine Übergangsstufe. Wenn Sie durch die E7-Brille sehen, wie circa 10 Prozent der Erwachsenen, erkennen Sie klar die Unterschiedlichkeit der Menschen. Sie berücksichtigen in Ihrem Urteil über andere auch, wie jemand zu sein scheint einerseits und sein inneres Sein andererseits. Sie sehen, wie jeder Mensch geprägt ist durch seine grundlegenden Eigenschaften, aber auch durch die jeweilige Kultur und seine ganz eigene Geschichte. Im Urteil über Situationen berücksichtigen Sie häufig die jeweilige Vorgeschichte der Akteure ebenso wie ihre Kommunikationsmuster. Insofern ist für Sie vieles relativ. Manchmal oder oft finden Sie die in Ihrer Umgebung oder der Gesellschaft geltenden Spielregeln generell kritikwürdig. Oder aufgrund der Relativität der Regeln gelten für Sie alle gleich viel bzw. wenig. Zuweilen werden Sie dafür kritisiert, dass Sie die Dinge zu kompliziert machen oder auch dafür, dass Ihre Handlungen und Entscheidungen wenig berechenbar sind. Oder nicht sicher und schnell genug. Meistens sehen Sie selbst dennoch klar. Zuweilen empfinden Sie es aber auch als verwirrend, dass Sie einerseits Ihr Weltbild als stabil erleben, es jedoch andererseits mannigfaltige Möglichkeiten, Unterschiede und Zwischentöne gibt.

Stufe E8: Wenn Sie – wie circa 4 Prozent der Erwachsenen – sich selbst und die Welt durch die E8-Brille sehen, haben Sie für die meisten Situationen trotz aller Komplexität, die Sie aufgrund von Kultur, Vorgeschichte, Charakteren, Handlungs- und Kommunikationsmustern sowie zirkulären Entwicklungen erkennen, klare Kriterien für zutreffende Urteile und sinnvolle Handlungen parrat. Zuweilen stellen Sie fest, dass sich einige Ihrer Werte widersprechen oder nicht mit der Realität in Einklang zu bringen sind. Dies irritiert Sie indessen weniger als früher. In ähnlicher Form gilt dies auch für Ihre Innensicht: In sich selbst erkennen Sie innere Widersprüche und Konflikte, die Sie aber akzeptieren können. Grundsätzlich stehen Sie sehr selbstbewusst im Leben. Ihr zuweilen hohes Autonomiebedürfnis erleben Sie zunehmend als einseitig und schätzen persönliche Bindungen und die Auseinandersetzung mit anderen. Dabei erleben Sie deren abweichende Sichtweisen als spannend und bereichernd für sich selbst. Kritik an Ihrer Person, so grundsätzlich sie auch sein mag, verstehen Sie als einen Impuls für Ihre eigene Weiterentwicklung. Diese interessiert Sie sehr. Vielleicht haben Sie Ihre eigene Handlungslogik so verinnerlicht, dass Sie völlig irritiert sind, wenn andere Ihre unbedingte Akzeptanz für kritische Rückmeldungen nicht teilen.

Stufe E9. Hierzu nur kurz, da dies weniger als 1 Prozent der Erwachsenen betrifft. Wenn Ihre Brille die E9 ist, erkennen Sie Ihr Ich als Begrenzung, die Sie zunehmend überwinden möchten. Sie sind sich klar, wie Ihre eigene Weltsicht Ihnen den Blick verstellt und die Realität verschleiert und verzerrt. Sie wollen jedoch bewusst sein. Andere verstehen Sie tiefgreifend mitsamt ihrer inneren Konflikte, Ambivalenzen und Widersprüchen. Sich selbst erleben Sie sehr vielschichtig und kaum beschreibbar. Sie bemerken, wie ein Eigenschaftswort, das Sie sich selbst oder anderen zuschreiben, nur entstehen kann, indem das Zutreffens des Gegenteils bestritten wird. Aber lässt sich das sagen? So lässt sich immer weniger mit Worten beschreiben. Zeit erleben Sie neu. Die Zeitstruktur als Ihr Ordnungsschema einerseits, der Fluss der Dinge andererseits. Vielleicht gewinnt symbolhaftes Denken in Ihnen immer mehr Raum.

Die Beschreibung der folgenden, lange nicht messbaren und kaum vorkommenden Stufe E10 spare ich mir an dieser Stelle.

Insgesamt gibt es zwei große „Reisen“ im Leben. In der ersten wird ein stabiles Ich aufgebaut. In der zweiten wird es wieder aufgelöst (wie bei der Beschreibung von E9 deutlich wird). Dabei ist es allerdings wichtig zu sehen, dass der Endpunkt dem Anfang zwar ähnelt, aber dennoch fundamental verschieden davon ist. Die meisten Menschen fühlen sich auf einer Stufe im Rahmen der ersten Reise ausreichend wohl und angemessen entwickelt. Dennoch kann die weitere Entwicklung lohnen.

Typische Missverständnisse und Streits: Zu einfach oder zu kompliziert?

Höchst interessant und für unseren Alltag relevant wird es, wenn wir mit Menschen aneinander geraten oder im Team arbeiten, die völlig anders ticken. Eben auf einer anderen IE-Stufe. Hier hilft das Sortieren nach „klug“ oder weniger klug, nett oder unsympathisch nicht immer weiter. Das IE-Modell kann zusätzliche Hinweise liefern und manchmal wirken, als hätten Sie (endlich) die rote Pille eingenommen. Um den letzteren, sehr deutlichen Effekt zu erreichen, benötigen Sie allerdings eine sichere Kenntnis Ihrer Stufe und ein gutes Gesamtverständnis des Modells. Dennoch sollen folgende Beispiele das Thema verdeutlichen helfen.

Hierfür zunächst das Beispiel von E5/E7.

Aus der Perspektive von E5 erscheint eine Person in E7 gerne mal verwirrend oder unstrukturiert und es sieht so aus, als ob sie sich zuweilen schwer tut mit Entscheidungen. Umgekehrt würde ein Mensch in E5 durch die E7-Brille gesehen zuweilen undifferenziert, simplifizierend und der Sache nicht angemessen entscheiden und handeln. „So einfach sind die Dinge nicht“ denkt ein Mensch in E7 wahrscheinlich kopfschüttelnd. Unnötige Kompliziertheit auf der einen Seite, unzureichende Vereinfachung auf der anderen – so kann man sich „glänzend“ missverstehen.

Da nun aber die Brillen ohne Kenntnis des Modells und gründliche Selbst-Reflexion völlig unbekannt sind, können die Konflikte nicht verstanden, erklärt und aufgelöst werden. Typischerweise würden die beiden Personen finden, dass sie sich nicht gut verstehen und nicht viel weiter kommen. Befindet sich der Vorgesetzte auf der Stufe E5, kann das Ganze mit einer Entlassung enden. Möglicherweise letztlich zum Schaden des Unternehmens.

Typische Missverständnisse und Streits: Harmonie oder konstruktive Auseinandersetzung?

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Ein Ehemann in E5 weiß, wie sehr es ihn im Leben weiter gebracht hat, nach eigenen Maßstäben handeln zu können. Aus seiner Perspektive kann es vollkommen unverständlich sein, dass die Ehefrau in E4 sich nicht traut, Position zu beziehen. Sie wirkt auf ihn vielleicht feige oder schüchtern. Jedenfalls ist diese Haltung für ihn nicht zu akzeptieren. Da er sich sozusagen „gerade erst“ aus der E4 entwickelt hat, ist er nicht unbedingt mit Ruhe und Geduld gesegnet, was dieses Thema angeht. Und er fühlt sich bestätigt durch die Mehrheit der Menschen, die er kennt und respektiert: Eigene Meinungen und Abgrenzung zu anderen ist wichtig. So lautet seine Überzeugung und die Meinung der meisten Menschen, die er kennt.

Doch seine Ehefrau in E4 kann nun mal nicht „einfach so“ eine eigene Position beziehen. Für Sie würde sich das gefährlich anlassen: Eine abweichende Meinung bedeutet, die harmonische Beziehung zu gefährden und sich selbst angreifbar zu machen. Ehepartner sollten sich Ihrer Überzeugung nach um Harmonie bemühen und zum guten Miteinander zurück finden.

Würde sich ihr Mann nach einer langen gemeinsamen Zeit von ihr trennen, kann dies vielleicht gar nicht akzeptabel für sie sein – auch nicht nach Jahren. Eine beschlossene, lange gelebte und etablierte Gemeinschaft wird nicht aufgelöst, davon ist sie überzeugt. Aus Sicht des Mannes in E5 stellt sich das ganz anders dar: Früher haben sie zueinander gepasst, heute nicht mehr. Selbstverständlich kann man sich voneinander trennen, denn jeder Mensch hat seine eigene Meinung und Haltung zum Leben und ist eine eigene Persönlichkeit.

Irgendwie anders: Ihr Leben in E8 und die anderen

Menschen in E8 sind deutlich anders unterwegs, als die meisten Menschen, mit denen sie arbeiten und leben. Mit Menschen in E7 haben Sie noch die größten Schnittmengen in der Handlungslogik, mit E6 wird es schon weniger, E5 erscheint ihnen schon recht fremd, E4 zuweilen richtig befremdlich. Vielleicht haben sie schon nach Gründen dafür gesucht, dass sie häufig recht alleine da stehen mit ihren Anschauungen und sich vielleicht etwas einsam fühlen. Dabei wurde ihnen klar, dass es weder Intelligenz noch Bildung sind, die den Unterschied zwischen ihnen und den anderen machen.

Je weiter die Stufe des anderen entfernt liegt, desto mehr helfen Erklärungen des eigenen Denkens und Handelns weiter. Ideal, wenn diese Erklärungen auch auf der passenden Stufe stehen. Übrigens: Eine sogenannte „stufenspezifische Reizbarkeit“ gibt es in E8 – wie auch in E7 – nicht mehr. Aber wie jeder andere Mensch auf jeder anderen Stufe kann man in einzelnen Situationen auf eine frühere Stufe zurück fallen und vielleicht Toben, als wäre man in E3 zu Hause. Hier hilft es, sich zu besinnen, dass man dies nicht ist, zurück zu kehren auf E8, die Dinge zu analysieren und die eigenen Anteile an dem Streit zu suchen.

Lernen ist nicht gleich entwickeln

Die Entwicklung von Stufe zu Stufe dauert leicht mal zwei oder drei Jahre – wenn sie denn überhaupt erfolgt. Denn bei Erwachsenen passiert nach dem 21. Lebensjahr häufig nichts mehr in Sachen persönlicher Entwicklung. Lernen ja, d.h. man lernt mit verschiedenen Menschen und Situationen immer besser umzugehen. Aber in aller Regel bedeutet dieses Lernen nicht, dass man die Welt und sich selbst darin durch eine andere Brille betrachtet.

Durch das Lehren einer bestimmten Weltsicht hat sich übrigens noch niemand wirklich weiter entwickelt – und schon gar nicht durch das aggressives Einfordern einer späteren Entwicklungsstufe durch andere.

Mehr zum Ich-Entwicklungsmodell auf diesem Blog: Das Ich-Entwicklungsmodell und Handtücher, die liegen besetzen

Herzlichen Dank an Dr. Thomas Binder fürs Durchsehen einer früheren Version dieses Textes.

Das hochspannende Interview mit Dr. Binder, dem deutschen Hauptvertreter des Ich-Entwicklungsmodells ist mittlerweile ebenfalls erschienen.

Obwohl ich mich bemüht habe, Ihnen einen möglichst guten Einblick zu geben: Es ist unmöglich, durch das reine Lesen von Stufenbeschreibungen, seine eigene Stufe sicher zu bestimmen. Wenn Sie sich für Ihre Stufe interessieren – und ggf. ein Entwicklungscoaching – fragen Sie mich dazu bitte an.

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