Adler und andere Bewerber – wieso es DEN Arbeitsmarkt nicht gibt

Suchen Sie nach den besten Bewerbungstipps, um eine Pool-Position auf dem Arbeitsmarkt zu erobern? Um Ihnen eine Enttäuschung zu ersparen: Glauben Sie besser nicht an das Märchen von „dem Arbeitsmarkt“ und der „perfekten Bewerbung“. Beides gibt es nicht – eher sollten Sie Ihre Positionierung und Strategie im Blick haben.

Die Adler des Arbeitsmarktes

Der Begriff „Arbeitsmarkt“ entspricht dem Begriff der „Natur“: Ein großes Wort für vielfältige Erscheinungen. Eine davon ist beispielsweise eine konkrete Vogelgattung namens Adler.  Tiere mit weitem Horizont und großem Radius.

Solche Adler des Arbeitsmarktes wären Kandidaten wie Dr. Schulz. Der promovierte Physiker ist Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens. Mit selbstverständlich fester und gut dotierter Stelle versehen hat Herr Dr. Schulz dennoch Probleme. Aktuell ist eine seiner größten Schwierigkeiten, einen passenden Leiter für seine Entwicklung zu finden. Eine Stelle, die er dringend kompetent besetzen muss. Sein zweites Problem: In eigener Sache denkt er über den Wechsel ins Management-Board eines anderen Unternehmens seiner Branche nach, ist sich aber noch unschlüssig.

Ebenfalls zu den Königen der Lüfte gehört Dipl.-Ing. Gero Blum. Der Java-Programmierer mit langjähriger Erfahrung vergleicht gerade zwei Angebote bekannter Unternehmen und will klären, welches besser für ihn ist. Ferner die Wirtschaftsingenieurin Elvira Klein, Supply Chain-Managerin, also Spezialistin für Lieferketten. Nachdem sie Schlüsselpositionen bei den einschlägigen Global Playern ihrer Branche inne hatte und nie ganz zufrieden war, möchte sie nun endlich den richtigen Arbeitgeber für sich finden. Gefragt ist die beste Suchmethode für diesen Zweck. Alle drei verbinden hervorragende Aussichten. Unternehmen jagen Sie – statt dass sie nach Stellen jagen.

Eher bodennahe Perspektiven

Ein anderer Teil des Arbeitsmarktes sind ungelernte Produktionshelfer, sagen wir Ende Fünfzig, die nunmehr ins dritte Jahr der Arbeitslosigkeit gehen. Einige wurden beispielsweise nach überschaubarer Schulbildung in ihrer Heimat aufs Feld geschickt, kamen viel zu spät nach Deutschland, um die Sprache noch fehlerfrei zu lernen und eine Ausbildung zu machen. Ihre Perspektive ist, in der Metapher der Natur ausgedrückt, eher bodennah, mit regionalem Bezug. Ein Teil des Arbeitsmarktes zwar, aber mit einer ganz anderen Perspektive als die der Adler.

Zur Natur gehören sie alle: Käfer, Pilze, Igel, Eichen, Rehe und Adler. Und zum Arbeitsmarkt gehören hoch qualifizierte Manager genauso wie einfache Reinigungskräfte. In der Natur wie auf dem Arbeitsmarkt gilt: Die jeweiligen Perspektiven und Überlebensrezepte sehen völlig unterschiedlich aus. Vergessen Sie daher die Idee von „dem Arbeitsmarkt“ und von „der perfekten Bewerbung“. Außerdem fangen Sie besser mit dem anderen Ende an.

Was Bewerbern immer hilft

In allen Fällen beruflicher Veränderung muss die Karriereplanung vor jeder Bewerbung stehen. Wichtige Fragen sind hier: Wie sieht das eigene Profil aus? Für welche Arbeitgeber ist es interessant? Und auf welchen Wegen finden Kandidaten und Positionen zueinander? Diese Wege müssen der jeweiligen Situation angepasst werden – und können völlig unterschiedlich sein. Im Fall der von den Arbeitgebern umworbenen Kandidaten kommen Netzwerke und Headhunter in Frage. Gering Qualifizierte könnten stattdessen bei geeigneten Unternehmen persönlich vorsprechen, per Initiativbewerbung an ein Praktikum gelangen und von dort zum befristeten und schließlich zum festen Arbeitsverhältnis finden.

Bei beiden Kandidaten-Gruppen spielt die perfekte Bewerbung praktisch keine Rolle.

Sind Sie gut qualifiziert?

Rangieren Sie selbst in der Summe Ihrer Qualifikations- und Persönlichkeitsmerkmale zwischen den oben beschriebenen Extremen? Ihre Qualifikation ist gut, aber nicht überragend? Sie sind solide qualifiziert und berufserfahren, aber karrieremäßig gibt es noch Luft nach oben?

Dann spielt für Sie die ordentliche Bewerbung eine gewisse Rolle – und vielleicht sogar eine etwas größere als für die gejagten Adler. In einen Job bringt die Bewerbung Sie aber nicht, selbst wenn sie perfekt sein sollte.

Was Sie vor allem brauchen, ist eine Ahnung davon, wo auf dem Arbeitsmarkt Sie stehen und wie Sie dementsprechend vorgehen können. Sind Sie berufserfahrener Akademiker oder gesuchte Fachkraft? Teamplayer, Macher oder Perfektionist? Eher Redner oder eher Schreiber? In welchen Sprachen und auf welchem Niveau kommunizieren Sie? Diese und zahlreiche weitere Fragen könnten geeignet sein: Aus den Antworten ergibt sich Ihre Positionierung, Sie können eine Strategie festlegen. Und wenn Sie dies gemacht haben, und wenn es Teil dieser Strategie ist, dass Sie eine schriftliche Bewerbung brauchen: Dann hübschen Sie diese auf. Sie erwartet ein gewisser Vorteil, wenn dies gelingt. Aber vor allem dann, wenn Sie zuvor, beim Positionieren und Planen, alles weitgehend richtig gemacht haben.

Mehr dazu: Die perfekte Bewerbung – Ideal oder Sackgasse

Konkrete Tipps zum Anschreiben (Blog: Karriereberatung Stuttgart)

Zum ersten Satz

Zum Aufbau

und weitere:

Lebenslauf

Initiativbewerbung

E-Mail-Bewerbung

Die Frage der nächsten Beförderung

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