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11.05.2016 Psychologie

7 schwierige Kollegen – und wie Sie am besten mit ihnen umgehen

Argument

Mit Klagen über schwierige Kollegen und Kolleginnen könnte man Bücher füllen. Manch Team ist eine Zwangsgemeinschaft und es dort auszuhalten, stellt einen wirklich auf die Probe. Da hilft es, die Typen zu identifizieren, mit denen man zu tun hat. Und natürlich sollte man wissen, wie man mit ihnen am besten zurecht kommt. 7 klassische Problemfälle stelle ich im Folgenden vor und gebe Hinweise, wie Sie reagieren können, um sich künftig den Arbeitsalltag etwas leichter zu machen.

Der Besserwisser

… ist jemand, der viel Wert auf Wissen legt. Manch einer dieser Zeitgenossen textet uns ohne Punkt und Komma zu. Entweder mit Wissen, das keinen interessiert. Oder mit Kenntnissen, die ohnehin jeder sein eigen nennt. Manchmal lassen sich diese Mitmenschen schlichtweg ausbremsen, indem man ihren Redefluss mit deutlichen, persönlichen Worten bremst. Im Kern brauchen sie jedoch Anerkennung für ihre Fakten-Leidenschaft und ihren vielleicht profunden Erfahrungsschatz.

Tipp:

Finden Sie heraus, was hilft: Lässt sich Kollege Besserwisser durch das bessere Argument überzeugen? Dann argumentieren Sie. Dürstet Frau Neunmalklug im Grunde nach Anerkennung für das, was sie sonst im Unternehmen macht, also für die alltägliche Arbeit? Dann lassen Sie die Diskussion sein und spenden Sie ein Lob.

Der Faulpelz

… ist meist bestrebt, tatsächlich weniger zu tun als andere. Das nicht zuzulassen, ist Ihre Aufgabe. Gegen den gewieften Schlawiner helfen klare Grenzen und Absprachen. „Nein, jetzt lese ich den Bericht nicht wieder Korrektur, wie die letzten zwei Male schon. Erstmal bist du umgekehrt dran.“

Tipp:

Setzen Sie klare Grenzen, damit Ihr guter Wille nicht über das Maß beansprucht wird.

Treffen Sie – am besten im Team und per Protokoll erfasst – eindeutige Absprachen, wer was bis wann zu tun hat.

Die Labertasche

… verstopft mit ungeheurem Redefluss Ihre Ohren und flutet alle freien Gehirnareale. Wer gerade in ihrer Bahn steht, wird mit Text bedient. Persönlich gemeint ist das nicht, sie kann nicht anders.

Tipps:

Ziehen Sie sich zurück und schonen Sie dadurch Ihre Nerven.

Bremsen Sie die Mitteilungswillige sanft aus. Geben Sie Hinweise, wenn es Ihnen zu viel wird. Verständnis ist angebracht, es ist nicht böse gemeint.

Klären Sie: Worum geht es dem Kollegen eigentlich? Fehlt die allgemeine Anerkennung für die Arbeitsleistung, weshalb er sich mit tosender Wortlawine in den Vordergrund drängen muss? Dann helfen Lob und Anerkennung. Oder mangelt es ihm an der Fähigkeit, auf den Punkt zu kommen? Hier können Sie mitdenken, was eigentlich ausgedrückt werden soll. Nachfragen helfen hier weiter.

Der Choleriker

… regt sich wegen Kleinigkeiten über Gebühr auf und schießt im Verhalten stark über das Ziel hinaus. Besondesr unangenehm für die anderen ist dabei die Unvorhersehbarkeit der Ausbrüche.

Tipps:

Gewinnen Sie Zeit, indem Sie den Raum verlassen, falls möglich.

Gießen Sie kein Öl ins Feuer: Eine Gegenrede würde nur provozieren.

Sprechen Sie später in Ruhe über die Inhalte – denn auch wenn der Choleriker unverhältnismäßig reagiert, hat er doch seine Gründe, unzufrieden zu sein. Werden die Missstände angegangen, fällt der Wutgrund weg.

Das Sensibelchen

… ist sehr leicht gekränkt und kann in diesem Zustand lange verharren. Es öffnet sich nur vorsichtig wieder und verunsichert Menschen, die gerne mal „einen Spruch raushauen“ und selbst über ein dickes Fell verfügen. Sie fragen sich: „Darf ich denn gar nichts mehr sagen?“

Tipps:

Positiv am Sensibelchen ist ihre Leistung als Frühwarnsystem. Nutzen Sie dies, indem Sie erforschen, ob der überempfindliche Kollege oder die eingeschnappte Mitarbeiterin auf ernstzunehmende Missstände hinweist.

Schonen Sie die Nerven der Kollegin, wo möglich.

Wenn Sie nicht wissen, was gerade das Problem war: Fragen Sie behutsam nach. Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn die Antwort zunächst ausbleibt. Die vorsichtige Frage ist schon ein beruhigendes Signal dafür, dass Sie Rücksicht nehmen wollen. Und falls eine Antwort kommt, umso besser, dann wissen Sie um die empfindliche Zone.

Der Angeber

… stellt seine Leistung heraus, wo es nur geht. Unangenehm ist das ganz besonders dann, wenn es gar nicht seine eigene Leistung war, sonden Ihre.

Tipps:

Machen Sie Ihre Erfolge rechtzeitig öffentlich und dokumentieren Sie sie. Für jeden relevanten Menschen im Unternehmen muss Ihr Name an dem Thema kleben. So laufen Sie nicht Gefahr, dass jemand als Trittbrettfahrer Ihre Ergebnisse kapert.

Vertrauen Sie dem Angeber keine guten Ideen an.

Der Intrigant

… schürt im Verborgenen Intrigen, legt Fallstricke und macht sich möglichst unerkannt Dünne. Was er oder sie da angerichtet hat, wird erst offenbar, wenn es zu spät ist und die Opfer bereits im Netz hängen.

Tipps

Stellen Sie Öffentlichkeit her, wenn Sie Anzeichen einer Intrige bemerken

Fördern Sie bei sich selbst und anderen Transparenz im Handeln

Schmieden Sie vorsorglich Bündnisse mit wirklich vertrauenswürdigen Kollegen

 



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Porträt Christoph Burger

Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

Kommentare zu diesem Beitrag

Daniel @ ALPHAJUMP  |   27. Mai 2016 um 06:59 Uhr

Sehr gute Zusammenfassung. Ich habe fast alle Personen getroffen. Wir alle müssen weg von Intriganten bleiben.

Christoph Burger  |   29. Mai 2016 um 14:39 Uhr

vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Loben. Beste Grüße, cb

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