Wenn Kahn kommt – geh' ich pinkeln

Deutschland gegen Niederlande war ein wundervolles Fußballspiel. Deutsche Seidenfüße kombinierten geschmeidig, attraktiv und erfolgreich. Ein Höhenflug ohne Ausnahme? Nicht ganz. Der Tiefpunkt lag zwischen den Halbzeiten: Das Pausengeschwafel des Oliver Kahn. Was garantiert diesem Mitarbeiter eigentlich seinen Arbeitsplatz?

Für Nicht-Fußball-Gucker zu Info: Ein Standard-Dialog zwischen der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und dem Experten Oliver Kahn sieht so aus: Sie stellt eine Frage wie z.B. „War das nicht ein toller Kick?“. Und Kahn sagt: „Ja, das war ein toller Kick!“ Nur nicht so kurz. Er gebraucht einen Wortschwall. Halbsätze und leere Phrasen werden zu einem umfänglichen Gebilde zusammen gedrechselt, das Kahn dann mit bedeutungsschwerem Gestus serviert. Inhalt? Siehe oben („Frage“ von Müller-Hohenstein). Also kriege ich die Krise, sobald ich „Kahn“ höre.

Ideale Lösung

Während des Holland-Spiels entdeckte ich plötzlich die ideale Lösung. Wenn Kahn kommt – geh‘ ich pinkeln. Allerdings bleibt das Problem. So viel, wie ich dann pinkeln möchte, kann ich gar nicht trinken. Und die Frage: Was lässt das ZDF am Mitarbeiter Kahn festhalten? Oder, anders, aus Sicht eines wirklich geplagten Zuhörers, Zornkönigs und Rhetorikers formuliert: Was um alles in der Welt veranlasst Menschen mit Gehirn, einen Hohlschwätzer zu beschäftigen, unter dessen Sprechblasen Millionen leiden müssen?

Da wäre zum einen der Promi-Bonus. Natürlich kann da nicht irgendwer stehen, auch wenn halb Deutschland sich als Fußball-Experten versteht. Zusätzlich: Man kennt sich. Und: So ist es am einfachsten. Dieses Prinzip reicht hin bis zur Besetzung der begehrtesten Talk-Shows. Immer die selben Nasen. Und wenn hinter einer der Riechkolben Klugheit steckt, sagt sie schon mal eine Show ab: „Nicht schon wieder ich – es gibt noch andere.“ Soweit kann also die blinde Bevorzugung gehen, dass selbst die Vorteilnehmer irgendwann dankend verzichten.

Vorbild Kahn

Ist das alles im normalen Leben anders? Nein. Jeder Chef – weil Mensch – macht es genauso. Die einfachsten Lösungen werden gewählt. Bewerber, die persönlich bekannt sind, werden präferiert. Daher gilt die Empfehlung: Bauen Sie Ihr Netzwerk aus,- gerade auch, wenn Sie momentan keinen Job suchen. Denn Freund-werden geht jenseits von Facebook nicht von heute auf morgen. Und Headhunter wollen auch lieber Leute, die sie vom einen in den anderen Job bringen dürfen, statt arbeitslose Manager. Also: Rechtzeitig Kontakte schmieden!

Sollten Sie sich also Oliver Kahn zum Vorbild nehmen? Ja, unbedingt. Was die Jobsuche angeht. Und um Himmels Willen bitte nein, was das Dummschwätzen anbelangt! Ich wäre Ihnen sehr verbunden …

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Karriereplanung mit Persönlichkeitscheck

Training Vorstellungsgespräch mit Video-Feedback

Intensiv-Orientierung

Karriere-Coaching

Schillerstraße 35 · 71083 Herrenberg
Tel. ++49 (0)7032 795309 · E-Mail
Impressum · Datenschutz

Siegel KarriereExperte
Nach oben