Glaube und Karriere

Adventszeit, Weihnachtzeit: Da scheint ein Artikel mit der Überschrift “Glaube und Karriere” gut zu passen und verspricht, besinnlich zu wirken. Doch in einem Blog, der sich die Kwerkarriere auf die Fahnen geschrieben hat, könnte es auch etwas anders kommen. Lesen Sie selbst.

Das Taufgespräch

Vor einigen Jahren saß unser Pfarrer bei uns im Wohnzimmer. Der Mann ist für mich eher Nachbar und Kumpel. Der Anlass war jedoch kirchlich: Das Eltern-Vorgespräch zur anstehenden Konfirmation – und Taufe. Denn in unserem Haus gab es nur ungetaufte Kinder. Vielleicht hatte der Pfarrer das Gespräch unbewusst auf die letzte Minute vor dem Ereignis verschoben, denn er kannte mich als leicht scharfzüngig, was Kirche und Christentum angeht. Meine ehemaligen Glaubensbrüder und ich gehen schon seit Jahrzehnten getrennte Wege. Am Rande des Elterngesprächs ging es auch um tiefe Konflikte zwischen einigen Konfirmanden-Eltern. Trotzdem ich nicht zum Club gehöre: Mir war es völlig unverständlich, wie regelrechte Feindschaften von Menschen gepflegt werden, die sich Christen nennen. Das passt doch nicht zusammen, oder?

Mein tiefer Glaube

Ich hatte als erklärter Nicht-Christ das merkwürdige Gefühl, viel eher Christ zu sein als diese offiziellen Christen – dies war der eine überraschende Gedanke. Der andere knüpfte sich an folgende Überlegung: Unsere Tochter hatte sich aus freien Stücken für den Kircheneintritt entschieden. Ob sie gläubige Christin war? Daran zweifelte ich eher. Im Gespräch mit unserem Pfarrer wurde mir aber zweierlei klar. Erstens: Alle glauben letztlich an irgendwas. An den Porsche als Lebensziel, an ein Smartphone der neuesten Generation oder an den VFB Stuttgart. Die meisten glauben – unterm Strich – an etwas Materielles. Da fand ich es sympathisch und richtig, dass meine Tochter Ihren Glauben an etwas Immaterielles band, wie auch immer dies genauer zu definieren war. Zweitens: So gesehen war ich tief gläubig. Ich glaubte und glaube daran, dass es richtig ist, sich nicht zu verbiegen, für welchen Job oder wieviel Geld auch immer. Es ist mir unmöglich, mich gegen diese Natur zu verhalten. Und persönliche Animositäten zu Feindschaften auszubauen, wie bei den Konfirmandeneltern, ist mir fremd. Und zwischen unseren Nachbarn waren wir der Konfliktpuffer, der nach allen Seiten schlichtete.

Karriere und Glaube

Kommen wir nun zur Überschrift zurück. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Diese Woche gab ich zwei Interviews für Journalisten, die ich schon vor einigen Monaten mit Experten-Input beliefert hatte. Beide hatte ich, wie es meine Gewohnheit war, pünktlich und qualitativ bestmöglich bedient. Jetzt fragten sie wieder an. Selbstverständlich investierte ich meine Zeit auch hier wieder gerne und ohne Umstände. Eine Kollegin brachte für Journalisten-Anfragen mal ins Spiel, dass man doch Informationshonorare verlangen könnte. Vielleicht kann man das. Aber das mache ich nicht. Es leuchtet mir nicht ein. Ich glaube letztlich daran, dass es anders besser ist. Allgemein glaube ich beispielsweise daran, dass Qualität und Originalität sich durchsetzen. Auch Freundlichkeit und Kooperation. Und wenn das doch nicht stimmt? Dann habe ich zumindest so gelebt, wie ich es für richtig halte.

Ihr Gewinn

Was Sie nun als Botschaft mitnehmen können? Lassen Sie mich einen kleinen Umweg nehmen über die Frage, was die besten Erfolgsrezepte sind. Die Forschung zur Disziplin gibt hier Auskunft. Erfolg hat, wer beharrlich in die gleiche Richtung marschiert. Erfolg hat, wer seine begrenzte Energie punktuell einsetzt, um neue Gewohnheiten zu etablieren. Und diese Gewohnheiten dann automatisiert – ohne weiteren Energieaufwand – ablaufen lässt. Wenn Sie beispielsweise gewohnheitsmäßig aktuelle Fachliteratur lesen, erarbeiten Sie sich mit der Zeit einen uneinholbaren Wissensvorsprung. Wenn Sie regelmäßig Kontakte pflegen, sind Sie hier bestens aufgestellt. Und wenn Sie Downsizen wollen, kommen Sie dahin, indem Sie konsequent freie Abende und Wochenenden ansammeln. Wenn Sie anderen Zeit und Aufmerksamkeit schenken, werden Sie dafür belohnt – nicht erst im Himmel. Hinter solchen Gewohnheiten steckt letzlich der Glaube: An solide Arbeit, an die Freundlichkeit der Menschen, an die Dankbarkeit von anderen. Es ist ein Glaube, der nicht immer im Trend liegt, heutzutage. Oft geht es um den schnellen Euro. Die Forschung zur Disziplin und die Eigenart des Glaubens jedoch, sprechen die gleiche, andere Sprache: Feste Ziele, beharrliche Arbeit und klare Werte bringen den Erfolg.

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