Flugkatastrophe und Berufsalltag

Wir sind schockiert über den schrecklichen Flugzeugabsturz mit 150 Toten und trauern mit den Hinterbliebenen. Für sie beginnt mit dem Tod das Leben ohne die Verstorbenen. Und für die Anteilnehmenden geht ihr Leben nach dem Schock weiter: Mit welcher Lehre und welchen Erkenntnissen? Wir alle können sofort etwas tun.

Trauer und Schock

Zunächst einmal fällt es mir schwer, im Gedenken an die Vorfälle zu schreiben. Normalerweise führt die Konzentration auf den Alltag zum Verdrängen betrüblicher Gedanken. Über die Katastrophe zu schreiben, heißt jedoch, nicht zu verdrängen.

Doch es ist nicht nur das Eine oder das Andere: Die dramatischen Ereignisse in den südfranzösischen Bergen fließen gedanklich mit den Fragen zu Beruf und Karriere hier und heute zusammen. Und je mehr über die menschlichen Hintergründe berichtet wird, desto eher drängt sich ein Gedanke auf, der beide Welten betrifft.

Spekulation und Fakten

Während die Unglücksursachen noch untersucht werden, mehren sich die Hinweise, dass ein depressiver Pilot den Absturz absichtlich herbeigeführt hat. Fakt ist: Bei einer Untersuchung von 2070 sicherheitsrelevanten Flugereignissen ließen sich ganze 5 Prozent mit rein technischen Problemen erklären (Link). Der Rest war durch Menschen (mit-) verursacht.

So singulär uns die aktuelle Katastrophe erscheint, so alltäglich und allgegenwärtig sind ihre Vorbedingungen: Menschliche Schwächen und Probleme. Auch wenn zum Glück die Folgen in der Regel weniger drastisch sind.

Wer sicher fliegen will, kann etwas tun

Das heißt: Gigantischen Katastrophen wie kleineren Unfällen liegen häufig letztlich dieselben Ursachen zugrunde. Der Faktor Mensch, der angeblich so oft im Mittelpunkt steht, wird unterschätzt. Er wird nicht gehegt und nicht gepflegt, weil Technik oder Kapital die Wirklichkeit in den Unternehmen und an den Arbeitsplätzen dominieren. Die Zutaten, aus denen letzlich “sicherheitsrelevante Ereignisse” entstehen, sind aber so trivial wie altbekannt: Persönliches Unglück, Streit, Mobbing, unfaire Arbeitsbedingungen, Zeit- und Erfolgsdruck. Immer dann, wenn wir unseren persönlichen Vorteil, die Technik oder das Kapital zu sehr in den Vordergrund rücken, erhöht sich letztlich unser eigenes Risiko. Das ist noch nicht einmal eine Frage der Moral, sondern der Kausallogik. Wir brauchen keine Religion bemühen; das eigene, egoistische Schutzbedürfnis genügt vollkommen. Kein Appell an die Ehre ist erforderlich, Interesse an gesundem Eigennutz genügt vollkommen.

Die gute Nachricht: Je aufmerksamer und freundlicher wir miteinander umgehen, desto sicherer leben wir.
Das gilt nicht nur im Flugzeug-Cockpit, sondern immer und überall. Jetzt, hier, heute. Wenn auch Sie die menschliche Tragödie, der Flugzeugabsturz der Germanwings beschäftigt, können Sie eines tun: Tragen Sie einen kleinen Teil dazu bei, dass wir alle die Aufmerksamkeit für unsere Mitmenschen erhöhen. Dass wir tatsächlich den Faktor Mensch in den Mittelpunkt rücken, was angeblich sowieso die meisten Unternehmen tun. Wir werden nie erfahren, was wir dadurch verhindert haben oder im Positiven bewirken. Aber es wird sich gelohnt haben.

Ach, übrigens: Geber machen nachweislich erfolgreicher Karriere. (Beiträge dazu folgen)
Dazu passt leider der Link zum Schikane-Alltag: Amazon-Chefs protokollieren laut Welt bereits einminütige Zeiten der Inaktivität ihrer Mitarbeiter

Falls Sie ins Grübeln kommen, ob Ihr Job noch der richtige ist: Dem Focus vom 28.03.2015 liegt eine Karriere-Beilage mit entsprechendem Test bei.

Oder lesen Sie hier weiter: Fragen zum Sinn der Arbeit

“Das System an sich macht krank.” – Hintergrund-Recherche zu psychischen Problemen bei Piloten bei Spiegel Online

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