Eindrücke und Informationen – die Zukunft Personal 2015

Die diesjährige Fachmesse “Zukunft Personal” bot viel Interessantes für Arbeitgeber und Bewerber. Die wichtigsten Experten formulierten mündlich und oft prägnant, was sie denken. Zur Weiterbildung in den Betrieben, zu Karriere und zur Generation Y. Einige dieser Messesplitter möchte ich hier mit Ihnen teilen.

Weiterbildung ist nötig

“Viele Unternehmen denken bei der Weiterbildung in bezug auf Mitarbeiter Mitte vierzig: Die brauchen wir nicht mehr mitzunehmen. Die sind ohnehin schon im Sinkflug. Aber 20 Jahre Sinkflug kann sich kein Unternehmen leisten“. Das war der schönste Satz der Zukunft Personal 2015 für mich. Mit dieser Aussage verdichtete Dr. Josephine Hofmann, leitende Forscherin am Fraunhofer IAO ihre Forderung nach konsequenter Weiterbildung auch etwas älterer Mitarbeiter.

Was tun, um immer Arbeit zu haben?

Die große Vertreterin der “Employability” in Deutschland, also der “Beschäftigungsfähigkeit”, ist Prof. Jutta Rump. Sie antwortete auf die Frage, ob man denn heutzutage auf jeden Fall studieren müsse: Eine Ausbildung genügt – und man sollte immer auf dem Stand der Technik und Entwicklung bleiben”.

Mein Tipp dazu: Hier ist nicht einfach der derzeitige Arbeitgeber zuständig. Als Mitarbeiter müssen Sie schon die richtigen Weiterbildungen einfordern – oder im Zweifel selbst finanzieren. Schließlich ist es Ihr ureigenstes Interesse, immer auf dem Arbeitsmarkt gefragt zu sein. Nicht zuletzt für den Fall, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen den Laufpass gibt. Was aufgrund von Finanzspekulationen, Unternehmensaufkäufen etc. unabhängig von der individuellen Leistung jederzeit passieren kann.

Werden wir alle durch Computer ersetzt?

Vor einigen Monaten machten zwei amerikanische Untersuchungen Furrore. Sie sagten voraus, dass fast 50 % der heutigen Arbeitsplätze in wenigen Jahren durch Computer ersetzt würden (Link). Was ist von diesem Befund zu halten?

Frau Prof. Rump wies darauf hin, dass diese Ergebnisse methodisch anzuzweifeln seien. Und vor allem nicht auf hießige Verhältnisse übertragbar. “Wir wissen, was die Details angeht, viel.” Aber volkswirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen machen es unmöglich, eine umfassende Aussage über alle Jobs hinweg zu treffen.

Merkwürdige Generation Y

Frau Prof. Rump hielt ein Eingangsreferat zu einer Diskuskion zur Generation Y (Geburtsjahrgänge ca 1971-1997), in dem sie den wissenschaftlichen Stand in einigen Formulierungen prägnant zusammen fasste. So gab es ihr zufolge die Abgrenzung der Jüngeren gegenüber den Älteren immer. Aber dann wurden die Menschen “abgeschliffen”. In der Folge passten sie sich an. Das geschieht heute weniger. Im Einzelnen stellte sie folgende Aussagen vor:

  • Die Leistungsorientierung der Ys ist die höchste je gemessene. Leistungsbereit sind die gut ausgebildeten Vertreter der Generation Y dann, wenn sie Spaß und Sinn in ihrer Arbeit erkennen.
  • Die Generation Y folgt gern – wenn sie dem Chef Kompetenz und eine akzeptable Persönlichkeit zuschreibt.
  • Die Generation Y ist durch wahrgenommene Instabilität in allen Verhältnissen gekennzeichnet. Und durch eine Balance, die sie in Freundschaften und Freizeit vermutet.
  • Teams versteht Y als Zweckgemeinschaften auf Zeit. Dies veranschaulicht Frau Prof. Rump biographisch anhand des Fernseh-Programms der Baby-Boomer (Geburtsjahrgänge etwa 1946 bis 1964): Sie ist mit drei Programmen und einem Fernseher aufgewachsen. In ihrer Kindheit lief samstags um 18:00 Uhr folglich die Sportschau. Da hieß es, sich mit den Verhältnissen zurecht zu finden. Oder sie abzulehnen. Heute dagegen gibt es die Wahlfreiheit von Anfang an.

Frau Dr. Burkhart, Vertreterin der und Expertin für die Generation Y, ergänzt einen Aspekt: Loyalität der Ys sei durch Qualität gekennzeichnet, nicht durch Quantität. D.h. Loyalität ist auf Zeit gegeben und messe sich im Commitment, nicht darin, der Firma auf Jahrzehnte hin zu dienen.

Zur Einbindung aller Generationen im Unternehmen fasste Stephan Grabmeier seine jahrzehntelange Change-Management-Erfahrung zusammen: Es komme immer, bei allen Change-Projekten auf dreierlei an: Information, Bereitschaft und Konsequenzmanagement. Letzteres positiv wie negativ.

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