Training
Das ideale Seminar
Manchmal gelingt das: Die Trennung zwischen DozentInnen und Studierenden verschwindet. Alle arbeiten an einem gemeinsamen Projekt. Es geht nicht mehr darum, wer in welcher Rolle ins Seminar gestartet ist. Bewertungen der Dozierenden werden zu wertvollen Hinweisen, statt zur Rüge von oben. Beiträge der Studierenden werden nicht als Leistungen erbracht, die später aufgerechnet und in Noten gestanzt werden. Sie stellen eine Lebensäußerung dar, natürlich, normal und zielführend, wie der Gang zum Wasserhahn, wenn man durstig ist. Es wird nicht geredet, um Mitarbeit abzuliefern, sondern weil die Sprache unser Ausdrucksmittel ist. Es gibt keinen Zensor, der anmahnt, eine Frage könnte kritisch aufgenommen werden. Sondern es wird gefragt, weil man etwas wissen möchte. Es wird nicht vorsichtig nach rechts und links geschaut, was die anderen wohl machen. Denn die nehmen ebenfalls mit voller Kraft teil, so wie man selbst. Es ist keine Lehrveranstaltung, sondern Leben. Keine Investition, um eine Prüfung zu erlangen. Keine Zeit zum Abzuhaken, bevor man zum eigentlichen Leben zurückkehrt.
0Gummibärchen und PowerPoint – warum buntes Zeug keine Erkenntnis bringt
“PowerPoint sehe ich kritisch”, sagte ich – und bekam den Trainer-Auftrag nicht. Doch die bunten Bilder verhindern die Informationsaufnahme, wie jetzt nachgewiesen wurde.
0Erfolgreiche Trainings verändern das Unternehmen
Eigentlich macht unser Gehirn erfolgreiche Veränderung durch Trainings unmöglich. Dennoch gibt es einen Ausweg, der Erfolg durch Trainings erlaubt.
Ein Glücksfall wäre dieser: Renate Baum besucht ein Seminar, auf dem sie Neues erfährt. Das Neue passt in ihr altes Verhaltensprogramm. Sie kann es daher sofort nach dem Seminar einsetzen. Glück gehabt. Aber geht es auch systematisch? Gibt es einen Hebel, der Trainings erfolgreich macht?
Wieso Trainings nichts bringen
In der Regel bringen Verhaltenstrainings überhaupt nichts – obwohl sie sehr verbreitet sind und teuer eingekauft werden.
Ein typisches Beispiel: Reno kommt vom Kommunikationsseminar und, oh Wunder, er beginnt, mit seinen Mitarbeitern zu reden. Vorher war er der verstockte Typ. Genau deshalb hat ihn sein Abteilungsleiter Steiner auch aufs Training geschickt. Doch bald ist alles wieder beim Alten. Reno zieht sich zurück und schweigt, wo es nur geht. Und Steiner grübelt: Warum hat das Training nichts gebracht? Soweit der Alltag in unseren Unternehmen.


